Wildtiere erobern die Stadt

Immer mehr Wildtiere zieht es in unsere deutschen Städte. Besonders während der kalten Jahreszeiten ist es für die Waldbewohner in der Stadt einfacher an Nahrung zu kommen und einen warmen Platz zum Schlafen zu finden. Mülltonnen, Abfalleimer und Komposthaufen bieten einen reich gedeckten Tisch für die Tiere. Das Füttern von Wildtieren ist grundsätzlich verboten. In Köln zum Beispiel leben gut 1000 Füchse in der Stadt. Die scheuen Waldbewohner haben hauptsächlich auf den Friedhöfen der Stadt ein neues Zuhause gefunden. Dort gibt es genügend Versteckmöglichkeiten und dennoch ausreichend Futter. Füchse sind im Vergleich zu den großen Wildschweinen, die langsam Berlin erobern noch harmlos. Die Wildschweinfamilien ziehen durch die Vororte und hinterlassen verwüstete Blumenbeete und Vorgärten.

Der Steinmarder zu Besuch

Der Steinmarder ist ein weiteres Wildtier, der sich immer mehr an das Leben in der Großstadt anpasst. Nur selten bekommst du die scheuen und nachtaktiven Tiere zu Gesicht. Typisch für den Marder sind ein langer dünner Körper und der buschige Schwanz. Bis zu 55 Zentimeter kann der Marder lang werden, wobei der Schwanz schon fast 30 Zentimeter misst.

Steinmarder
Der Steinmarder, ein kleines Raubiter (Quelle: kyslynskyy, Fotolia)

Oftmals merkst du es in der ersten Zeit nicht, dass sich ein fremder Mitbewohner eingeschlichen hat. Die kleinen Tiere lieben trockene und warme Dachböden. Vor allem von April bis September hörst du deinen Untermieter in den Morgen- und Abendstunden jedoch deutlich. Die Geräusche vom Dachboden sind erste Signale. Bist du dir nicht sicher, mach dich auf die Suche nach Kotspuren, Futterresten oder beschädigter Dachisolierung. Die Allesfresser hinterlassen häufig gut sichtbar Futterreste. Bist du dir sicher, dass es sich um einen Marder handelt, werde schnell tätig. Denn nur so kannst du teure Schäden an der Isolierung und Verkleidung im Inneren vermeiden.

Den Steinmarder selbst zu jagen oder zu töten ist verboten. Nur der zuständige Jäger darf so weit gehen. Du kannst den Marder aber vertreiben, damit er sich ein neues Zuhause sucht. Ein hilfreiches Mittel zur Marderabwehr, um den störenden Bewohner los zu werden, sind laute Geräusche. Zum Beispiel lässt du über mehrere Tage im Dachgeschoss ein Radio laufen, und wenn du ihn rennen hörst, klopfst du gegen die Wand. So viel Aufmerksamkeit mögen die kleinen Wildtiere nicht. Im Internet gibt es eine Vielzahl von Tipps, wie du ihn verscheuchst. Von Hundehaaren, über Gewürze bis zu Klosteinen wird alles erwähnt. Da Marder sehr anpassungsfähig sind, haben diese Tipps meist nur eine kurzfristige Wirkung.

Hast du den Marder vertrieben, ist es wichtig, die Schlupflöcher zu finden und zu verschließen. Ein Loch mit fünf Zentimeter Durchmesser reicht oftmals als Einstieg für einen Marder aus. Loose Dachziegeln erreicht das flinke Tier über nahestehende Bäume oder die Regenrinne. Bei der Suche hilft dir sicherlich auch ein Fachmann für Marderabwehr weiter. Von März bis Juli haben die Wildtiere Junge. Grundsätzlich solltest du vor dem Verschließen der Löcher sicher sein, dass alle Tiere das Haus verlassen haben, da ihnen sonst ein qualvoller Tod droht. Triffst du deinen Untermieter im Dachboden persönlich an, dränge ihn nicht in eine Ecke, die Tiere können in Gefahrensituationen mit ihren spitzen Zähnen kräftig zubeißen.

Nicht selten macht sich der Marder auch an unseren Autos zu schaffen. Er zerbeißt Schläuche und andere Kabel im Motorraum. Laut einer Studie des ADAC kommt es fast nie zu lebensbedrohlichen Schäden, zum Beispiel an den Bremsschläuchen oder den Reifen. Dennoch hinterlässt der kleine Nager großen Schaden. Das Auto lässt sich nicht mehr starten, wenn Zündkabel beschädigt sind oder der Motor wird heiß bei beschädigtem Kühlwasserschlauch. Zur Marderbekämpfung kannst du eine spezielle Ummantelung für die Schläuche und Kabel im Motorraum kaufen, die den Marder abhalten sollen.

Der Waschbär

Kassel gilt als Waschbär-Hauptstadt mit circa 100 Tieren auf 100 Hektar. Die kleinen Pelztiere kommen ursprünglich aus Nordamerika und haben sich im Laufe der Zeit auch in Deutschland und Europa verbreitet. Schätzungen ergeben, dass bis zu 800.000 Waschbären heute in der Bundesrepublik leben. Einen Waschbär erkennst du an seinem geringelten Schwanz und der typischen Gesichtszeichnung. Doch genauso wie der Marder sind auch diese Wildtiere scheu und nachtaktiv.

Im Vergleich zum Marder wirst du beim Waschbären keine Nahrungsreste am Schlafplatz finden. Der Kleinbär erreicht seinen Schlafplatz genau wie der Marder über Bäume oder über die Dachrinne. Der geschickte Kletterer kann sogar über das Fallrohr der Dachrinne seinen Schlafplatz erreichen. Die Suche nach dem Zugang zum Haus kann deshalb aufwendig und schwierig sein.

Waschbär
Der Waschbär Quelle: Alexander von Düren – Fotolia.com

Genau wie den Marder vertreibst du auch den Waschbären mit lauten Geräuschen. Lässt sich der Untermieter ein paar Tage nicht bei dir blicken, kannst du die gefundenen Eingänge verschließen. Kommt der Waschbär trotzdem wieder zurück, holst du dir am besten Hilfe von einem Experten. Normalerweise sind Waschbären wie Marder ängstliche Tiere, die den Kontakt mit dem Menschen meiden. Fühlen sich die Wildtiere jedoch vom Menschen oder Haustieren bedroht, können sie angreifen.

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