Vogelabwehr – wirkungsvoll und tierfreundlich

An sich kommen die meisten Menschen gut mit den heimischen Vogelarten aus: Wir freuen uns, wenn wir Ihnen aus der Ferne bei der Nahrungssuche zusehen oder sie im Frühjahr bei der Balz beobachten können. Ein Vogelnest im Garten ist meist ebenfalls ein Grund zur Freude. Bestimmte Vogelarten können jedoch zur Geduldprobe werden und bei manch einem Balkonbesitzer den Wunsch auslösen, die Vögel zu vertreiben. Hier erfährst du, an welchen Vögeln sich Haus- und Balkonbesitzer häufig stören und wie du die Tiere auf schonende Art und Weise vergrämen kannst.

Die Stadttaube

Tauben in der Stadt. Foto: Manfred Richter / pixabay.com
Tauben in der Stadt. Foto: Manfred Richter / pixabay.com

Stadttauben, auch Straßentauben genannt, stammen von der Felsentaube (Columba livia) ab. Da die Tiere intelligent, partnertreu und ortsgebunden sind, wurden sie über mehrere Jahrhunderte hinweg gezüchtet, um Federn, Fleisch, Eier und Kot als Düngemittel zu produzieren. Darüber hinaus setzte man sie zum Taubensport und als Brieftauben ein.

Bei den heutigen Stadttauben handelt es sich um verwilderte Haustiere: Tauben, die nicht den Anforderungen ihrer Züchter entsprachen und ausgesetzt wurden, die sich verirrten oder die aus verlassenen Taubenschlägen stammen. In unseren Städten sorgen sie für Probleme: Sie schließen sich zusammen und treten in Populationen auf. Das führt dazu, dass die Gebäude oder Plätze, an denen sie sich niederlassen, oft mit Kot verschmutzt werden. Hinzu kommt, dass Tauben sich stark vermehren und stehts an denselben Plätzen nisten. Bauen Tauben ein Nest auf dem Balkon oder in dessen Nähe, wird oft der Ruf nach einer geeigneten Taubenabwehr laut.

Viele Städte richteten Taubenschläge ein, um die Tiere in abgelegenere Ecken zu locken. Dort bekommen sie artgerechte Nahrung und können nisten. Betreuer tauschen die Taubeneier durch Attrappen aus, damit die Vögel sich nicht vermehren. Dieses Konzept, welches noch weitere tierschutzgerechte Maßnahmen umfasst, wird ausführlich im Praxishandbuch „Stadttaubenmanagement in deutschen (Groß-)Städten“ von Menschen für Tierrechte – Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V. dargestellt.

Die Elster

Eine Elster auf dem Baum. Foto: Elsemargriet/pixabay.com
Eine Elster auf dem Baum. Foto: Elsemargriet/pixabay.com

Elstern (Pica pica) sind mit ihrem schwarz-weißen Federkleid eine stattliche Erscheinung. Am wohlsten fühlen sich die Vögel in Feldfluren. Da der Mensch ihren Lebensraum jedoch durch extensive Landwirtschaft, den Einsatz von Pestiziden, die Beseitigung von Gehölzen und Hecken sowie durch die Jagd mehr und mehr bedroht, suchen sich die Vögel neue Heimaten. Daher sind sie zunehmend in Städten und Wohngebieten anzutreffen. In Menschennähe finden sie ganzjährig Nahrung. Dort sind sie allerdings meist ungebetene Gäste, da sie bei der Suche nach Nahrung gerne Müllbehälter plündern und den Inhalt ringsum verstreuen. Zudem werden sie oft als laut, frech und aufdringlich empfunden, was bei vielen Menschen dazu führt, dass sie die Elstern aus dem Garten vertreiben möchten.

Krähen und Raben

Rabe im Schnee. Foto: Alexas Fotos / pixabay.com
Ein Rabe im Schnee. Foto: Alexas Fotos / pixabay.com

Raben und Krähen zählen zur Gattung der Rabenvögel. Sie sind Allesfresser, daher fressen sie unter anderem menschlichen Abfall, Getreide, wirbellose Kleintiere, Wirbeltiere und Aas. Sie schließen sich zu Schwärmen zusammen und treten bei gutem Nahrungsangebot in Kolonien auf, was in Wohngebieten oft für Ärger sorgt. Wie auch die Elster plündern Raben und Krähen öffentliche Mülleimer und verstreuen den Müll. Darüber hinaus empfinden viele Menschen ihre Laute und Hinterlassenschaften als unangenehm und setzten auf die Vogelabwehr.

Krähen und Raben treten zunehmend in Städten auf, da der Mensch ihren Lebensraum immer mehr zerstört. Auch sie fühlen sich – wie die Elstern – in ländlichen Feldfluren wohl, die heute durch extensive Landwirtschaft, Biozide und Abholzung zerstört werden.

Der Spatz oder Haussperling

Zwei Sperlinge oder Spatzen in einer kleinen Pfütze. Foto: Bernd Marczak / pixabay.com
Zwei Haussperlinge in einer kleinen Pfütze. Foto: Bernd Marczak / pixabay.com

Der Haussperling (Passer domesticus), umgangssprachlich auch Spatz genannt, fühlt sich in der Nähe des Menschen heimisch. Als Kulturfolger nutzt er Gebäude als Ersatz für verloren gegangene, natürliche Biotope.

Er ernährt sich hauptsächlich von Samenkörnern und teilweise von Insekten. In der Stadt entwickelten sich diese Singvögel zu Allesfressern. Dort sind sie häufig in großer Zahl an Imbissbuden und Cafés anzutreffen und machen sich über Essensreste her.

Da Spatzen gerne in Hohlräumen nisten, richten sie sich oft in Dachvorsprüngen, Maueröffnungen, Dachrinnen und unter Dachziegeln ein. Da die Elternvögel den Kot ihrer Jungen aus dem Nest tragen, richten sie in der Regel keinen größeren Schaden an der Bausubstanz an. Doch so mancher Hausbesitzer ärgert sich über den Kot außerhalb der Spatzennester und über ihren Gesang und möchte die Spatzen vertreiben.

Tierfreundliche Vogelabwehr – so geht’s richtig

Grundsätzlich ist es verboten, Tiere zu töten oder zu verletzen. Hinzu kommt, dass die meisten Vogelarten, mit denen wir unseren Lebensraum teilen, zu den besonders geschützten Arten zählen (§ 7 Abs. 2 Nr.13 und 14 BNatSchG). Dies ist beispielsweise bei Elstern, Raben, Krähen und Sperlingen der Fall.

Nach Paragraf 44 des Bundesnaturschutzgesetzes ist es unter anderem verboten, die Tiere zu fangen, ihnen nachzustellen, ihre Fortpflanzungs- und Ruhestätten beziehungsweise ihre Entwicklungsformen der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören. Das bedeutet, dass bei der Vogelabwehr gewisse Grenzen einzuhalten sind. Hier erfährst du, wie du auf tierfreundliche Art und Weise störende Vögel vertreiben kannst.

Vögel mit optischen Reizen vertreiben

Gewisse optische Reize blenden oder irritieren Vögel und schrecken sie ab. Beispielsweise verursachen Windspiele, Windräder, Fähnchen und glänzende Glaskugeln solche Reize. Mit einfachen Mitteln kannst du eine solche Vogelabwehrmaßnahme selbst basteln: Spanne ein Stück Schnur und befestige daran alte CDs, DVDs oder Alufolie, die du zuvor in dünne Streifen schneidest.

Reflektierende Windspiele zum Vögel vertreiben. Foto: NickyPe/pixabay.com
Reflektierende Windspiele schrecken Vögel ab. Foto: NickyPe/pixabay.com

Eine weitere Möglichkeit ist das Aufstellen von Raubvogel-Attrappen. Da sich Vögel jedoch schnell an die Attrappen gewöhnen, solltest du ihre Position mehrmals wechseln. Noch besser ist es, wenn sich die Raubvogel-Attrappe im Wind bewegt.

Vogelabwehr mit akustischen Systemen

Neben den optischen Reizen kann es auch hilfreich sein, akustische Systeme bei der Vogelabwehr einzusetzen. Allerdings solltest du das Vorgehen mit deinen Nachbarn abklären, um Streitigkeiten wegen des Lärms zu vermeiden. Bei den akustischen Maßnahmen haben sich Raubvogelschreie und Hundegebell als nützlich erwiesen. Wichtig ist aber, dass die Geräusche nicht regelmäßig, sondern überraschend kommen. Im Handel findest du passende CDs mit Raubvogellauten oder Gebell.

Vogelnetze spannen

Wenn weder optische noch akustische Maßnahmen der Vogelabwehr helfen, kannst du deinen Balkon mithilfe eines Vogelnetzes schützen. Die Montage des Netzes solltest du einem Profi überlassen, damit sichergestellt ist, dass sich Vögel nicht daran verletzen oder darin verfangen können. Achte darauf, dass dein Vogelnetz intakt bleibt. Lücken können dazu führen, dass sich Tiere darin verheddern oder auf den Balkon gelangen und nicht mehr herauskommen. Dies endet leider oft mit dem Tod durch Verdursten oder Verhungern.

Tipp gegen Spatzen

Sperlinge, die am Balkon, am Dach oder in der Dachrinne nisten, lassen sich mithilfe des Mauerseglers vertreiben. Der Mauersegler ist ein großer Nistplatzkonkurrent des Haussperlings und nimmt gerne dessen Nester in Beschlag. Da Mauersegler sehr reinlich sind und kaum Dreck hinterlassen, werden sie nicht als störend empfunden. Am besten kannst du Mauersegler anlocken und Spatzen vertreiben, indem du Lockruf-CDs oder -MP3s der Mauersegler abspielst. Hierfür ist Anfang Mai bis Anfang Juni die beste Jahreszeit.

Experten für die Vogelabwehr beauftragen

Schaffst du es nicht, mit den vorgestellten Tipps die Vögel zu vertreiben, solltest du eine Fachfirma mit der Vogelabwehr beauftragen. Dies gilt insbesondere, wenn die Tiere dein Hausdach oder Gebäudeteile beschädigen. Die Experten wissen am besten Bescheid, welche Maßnahmen zulässig sind und können dein Haus schützen.

Hier findest du Spezialisten aus deiner Umgebung:

Schildere dein Vogelproblem so ausführlich wie möglich, um ein unverbindliches Angebot einzuholen. Wenn möglich, kannst du aussagekräftige Fotos hinzufügen. So können die Experten dir ein passendes Angebot für die Vogelabwehr zukommen lassen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.