Ruhezeiten – so klappt´s auch mit den Nachbarn

Am Feiertag lange ausschlafen und Sonntagmittag mit einem guten Buch die Sonne auf der Terrasse genießen. Schön entspannen und die Füße hochlegen – doch die Nachbarn haben da andere Pläne. Unnötiger Lärm und Streit über Ruhezeiten können so manche Freundschaft unter Nachbarn belasten. Nacht-, Sonn- und Feiertagsruhe gehören zu den Ruhezeiten in Deutschland. Auch die Mittagsruhe wird gerne erwähnt, ist aber nicht im Gesetz festgeschrieben.

Unsere Ruhezeiten

In Deutschland ist die Nachtruhe festgeschrieben. Von 22 bis 06 Uhr gilt die Nachtruhe und in dieser Zeit darf es keine Lärmbelästigungen geben. Das Schallimmissionsgesetz sieht aber auch bei der Nachtruhe Ausnahmen vor – für große Flughäfen zum Beispiel gelten veränderte Ruhezeit. Auch in Industriegebieten, in denen die ganze Nacht gearbeitet wird, gibt es eine geänderte Nachtruhe. Ein weiterer Ausnahmefall ist die bayerische Biergartenverordnung. Sie schreibt die Nachtruhe von 23 Uhr bis 07 Uhr vor.

Sonn- und Feiertags gilt ein grundsätzliches Lärmverbot den ganzen Tag. Ein Verstoß an die Ruhezeiten ist eine Ordnungswidrigkeit und kann mit einem Bußgeld bestraft werden. Wer sich nicht sicher ist, zu welchen Zeiten eine Mittagsruhe gilt, der sollte zuerst in der Hausordnung nachlesen. Auch im Mietvertrag sind manchmal Ruhezeiten angegeben. Die Geräte- und Maschinenlärmschutz-Verordnung untersagt zudem den Einsatz von einigen bestimmten lauten Geräten in der Zeit zwischen 13 und 15 Uhr.

Lärm & Ruhezeiten

Nicht jeder Lärm und Krach lässt sich jedoch während der Ruhezeiten vermeiden. „Kinderlärm“ so zum Beispiel muss geduldet werden und ist grundsätzlich erlaubt. Ein älteres Kind sollte sich aber auch an Ruhezeiten richten und dann etwas ruhiger spielen. Babys und Kleinkindern kannst du natürlich das Weinen und Schreien nicht verbieten. Ihre natürlichen Laute müssen also auch während der Ruhezeit von Mitbewohnern hingenommen werden. Ein Gericht bestätigte auch, dass Kinderlärm von einem Spielplatz, einem Kindergarten und einer Kita völlig in Ordnung ist. Das Lachen und Spielen von Kindern gehört zu unserer Gesellschaft und zählt auf keinen Fall als Lärm.

Frau in einer Hängematte
Ruhe & Entspannung während der Mittagszeit (Quelle: © ehrenberg-bilder, Fotolia)

Anders verhält es sich bei Kindern, die Samstags um halb acht mit ihrem Fußball gegen die Hauswand schießen. Hier sollten Eltern Einfluss auf ihre Schützlinge nehmen und diese verantwortungsvoll erziehen. Als Jugendlicher möchtest du auch mal eine Party schmeißen – das ist auch ganz ok, jedoch musst du die Musik ab 22 Uhr auf Zimmerlautstärke drehen und auch deine Gäste sollten sich jetzt leiser unterhalten. Wer Ärger mit den Nachbarn vermeiden möchte, kann auch am Tag vorher die Mitbewohner im Haus mit einer Schachtel Pralinen besänftigen.

Baulärm gehört sicherlich zu den unerfreulichen Dingen im Leben. Grundsätzlich musst du Bauarbeiten am oder im Haus dulden. Die ausgeführten Arbeiten müssen der Instandsetzung oder Instandhaltung des Gebäudes dienen. Hier steht vor allem eine Verbesserung der Wohnverhältnisse für den Mieter im Vordergrund. Neue Fenster oder eine neue Heizungsanlage sind eben auch für den Bewohner von Vorteil. Jedoch besitzt der Mieter ein Sonderkündigungsrecht, kommt es zu großen Sanierungsplänen. Der nächste Schritt nach der Sanierung ist oft die Mieterhöhung, die für manche Mieter dann nicht mehr tragbar ist. Auch an eine Mietminderung während der Arbeiten kannst du eventuell denken. Hier muss aber auf jeden Fall ein Anwalt entscheiden, ob eine Minderung angebracht ist. Behältst du unrechtmäßig Geld ein, kann das zu einer fristlosen Kündigung führen.

Werden Ruhezeiten nicht eingehalten, solltest du zuerst das Gespräch mit der anderen Partei suchen. Nur so bleibt auch in Zukunft eine gute Wohnatmosphäre im Haus erhalten. Helfen die persönlichen Gespräche nichts, kannst du bei einer Ruhestörung das Ordnungsamt informieren. Auch der Vermieter kann jetzt eingreifen und eine Verwarnung aussprechen. Meist löst sich das Problem aber schon bei einem ernsten Gespräch unter Nachbarn. Ein respektvoller Umgang mit den Mitbewohnern schafft Freundschaft und Vertrauen.

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