Lärmbelästigung & dein Recht

Lärm wird subjektiv von jeder Person anders wahrgenommen und empfunden. Doch was musst du dir überhaupt gefallen lassen? Was ist erlaubt? Durch gesetzliche Richtlinien ist festgeschrieben, was erlaubt ist und du ertragen musst und was grundsätzlich verboten ist. Mit Respekt und Rücksicht auf die Nachbarn und Mitbewohner kannst du ein gutes und freundliches Wohnumfeld schaffen.

Gesetzliche Richtlinien

Es gibt gesetzlich festgelegte Ruhezeiten, die Mittagsruhe zwischen 13 bis 15 Uhr und die Nachtruhe zwischen 22 und sieben Uhr früh. Während dieser Zeiten ist grundsätzlich Zimmerlautstärke einzuhalten. Im Bundes-Immissionsschutzgesetz und weiteren Verordnungen sind Verkehrslärm, Maschinen- und Gerätelärm und auch Sportanlagenlärm geregelt. Während der Ruhezeiten solltest du allgemein auf laute Arbeiten verzichten, gelegentliche Renovierungsarbeiten musst du aber genauso wie Haushalts- und Badezimmer Geräusche akzeptieren.

Lärmbelästigung?

Was genau als Lärmbelästigung angesehen wird, ist sehr subjektiv. Für den einen dient die neue Metallica CD als Einschlafhilfe, der Nachbar bekommt davon Albträume. Doch es gibt ein paar Richtlinien, an die du dich aus Respekt gegenüber deinen Nachbarn halten solltest. Staubsaugen, laute Musik hören, Heimwerken mit der Bohrmaschine und auch Rasenmähen sollten außerhalb der Mittagzeit geschehen. Bist du selbst Hobbymusiker, darfst du, je nach Instrument und dessen Lautstärke zwischen einer und drei Stunden am Tag, außerhalb der Ruhezeiten, musizieren. Viele junge Leute feiern gerade jetzt in der warmen Jahreszeit sehr gerne und lange draußen im Garten.

Jedoch darfst du nicht vergessen, dass es kein „Recht“ auf Party gibt, du solltest also nicht an jedem warmen Sommerabend bis in die tiefe Nacht hinein Partys veranstalten. Es ist ratsam den Nachbarn vor einem Fest Bescheid zu geben, um sich möglichen Ärger gleich zu ersparen. Das große Stichwort bei der Frage nach Lärm und Lärmbelästigung heißt Rücksicht.

Lärm (© kreativloft GmbH - Fotolia - 13438825)
Lärmbelästigung (Quelle: kreativloft GmbH, Fotolia)

Hilfe in der Not

Wirst du im täglichen Leben durch den Lärm des Nachbarn gestört, solltest du diesen erst einmal darauf aufmerksam machen. Viele Nachbarn empfinden ihre Tätigkeiten nicht als störend und sind dankbar für deinen Hinweis. Ändert sich auch nach einem offenen Gespräch längerfristig nichts, kannst du den Vermieter kontaktieren und ihn auf die Lärmbelästigung hinweisen. Beeinträchtigt der Lärm den Tagesablauf, kannst du auch die Mitarbeiter des Ordnungsamtes zu Hilfe holen. Der Verursacher bekommt dann einen Anhörungsbogen, auf dem eine Stellungnahme abgeben kann, und muss ein Bußgeld, meist unter 200 Euro, zahlen. Eine Mietminderung kommt erst dann infrage wenn sich der Nachbar nicht belehren lässt und sich an der Lärmbelästigung nichts ändert. Zwischen zehn und 20 Prozent sind bei dauerhafter Lärmbelästigung angebracht. Du solltest aber vorher mit einem Anwalt reden und die Mietminderung abklären.

Haustiere sind auch oft ein Streitpunkt. Der Nachbarshund darf natürlich bellen, aber nicht rund um die Uhr. Frösche im Nachbarsteich dürfen quaken, denn die Tiere stehen unter Naturschutz, aber eine Umsiedlung darf angeordnet werden, wenn der Lärmpegel zu laut ist. Ganz anderes ist hier der Fall mit Kindern, die dürfen spielen und toben. Grundsätzlich zählt Kindergeschrei nicht als Lärm, jedoch sollten Kinder abends nicht nach 22 Uhr schreiend im Garten spielen.

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