Hausverwaltung finden und beauftragen

Immobilien gelten als sichere Investition. Vermieter profitieren nicht nur von den Mieteinnahmen, sondern oftmals auch von der Wertsteigerung des Hauses. Als Eigentümer eines Mietshauses hast du die Wahl, ob du eine Hausverwaltung beauftragst oder dich um sämtliche Angelegenheiten rund um die Immobilie selbst kümmerst.

Eine professionelle Hausverwaltung ist von Vorteil, wenn mehrere Parteien involviert sind, zum Beispiel bei Mehrfamilienhäusern oder mehreren Immobilien. Ebenso solltest du über eine Hausverwaltung nachdenken, wenn das vermietete Objekt weit entfernt ist, sodass du Schäden nicht ohne Weiteres eigenständig beheben kannst.

Aufgaben einer Hausverwaltung

Eine Hausverwaltung kümmert sich nicht nur um die Vermietung und Instandhaltung der Immobilie, sondern übernimmt in einigen Fällen auch die rechtliche Betreuung. Welche Aufgaben im Einzelnen in den Zuständigkeitsbereich der Hausverwaltung fallen, hängt jedoch von der Art der Verwaltung ab.

Die Hausverwaltung übernimmt viele organisatorische Aufgaben. Foto: Gerd Altmann / pixabay.com
Ein Hausverwalter ist u.a. für den Wirtschaftsplan in einer WEG zuständig. Foto: Gerd Altmann / pixabay.com

WEG-Verwaltung

Oftmals gehören die einzelnen Wohnungen in einem Haus verschiedenen Eigentümern. Diese schließen sich zu einer Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) zusammen und sind gesetzlich verpflichtet, die Verwaltung an eine WEG-Verwaltung zu übertragen. Zu den Aufgaben eines WEG-Verwalters gehören die kaufmännische und technische Verwaltung des Gemeinschaftseigentums, beispielsweise des Treppenhauses. Für das Sondereigentum ist jeder Eigentümer selbst verantwortlich.

Darüber hinaus zählen folgende Aufgaben zum Verantwortungsbereich der WEG-Verwaltung:

  • Erstellung von Wirtschaftsplänen
  • Erledigung der Buchhaltung
  • Überprüfung der Zahlungseingänge und -ausgänge
  • Erstellung der Nebenkostenabrechnungen
  • Angebotsvergleiche von Dienstleistern, Handwerkern und Versicherungen mit dem Ziel der Kosteneinsparung
  • Begehung und Beurteilung des Zustands der Immobilie
  • Organisation und Durchführung der jährlichen Eigentümerversammlung
  • Protokollierung der getroffenen Entscheidungen in einer Beschlusssammlung

Mietverwaltung

Mietverwalter sind ideale Dienstleister für Eigentümer von Mehrfamilienhäusern oder für Eigentümer mehrerer vermieteter Immobilien. Sie vertreten also einzelne Hauseigentümer und kümmern sich um deren Immobilie und die darin befindlichen Wohneinheiten. Die Mietverwaltung ist zugleich der Ansprechpartner für die Mieter. Sofern es vertraglich festgelegt ist, organisiert sie außerdem die Vermietung der Wohneinheiten und fertigt Mietverträge an. Zu den weiteren Aufgaben zählen:

  • Überwachung der Mietzahlungen
  • Führung der Buchhaltung
  • Erstellung der Betriebskostenabrechnung
  • Wohnungsabnahme und -übergabe sowie Protokollierung des Wohnungszustands
  • Korrespondenz mit Mietern und Vertragspartnern
  • Begehung und Beurteilung der Immobilie
  • Vergabe von Aufträgen zur Instandhaltung

Sondereigentumsverwaltung

Besitzt ein Eigentümer eine einzelne Wohnung in einem Mehrfamilienhaus, muss er diese selbst verwalten oder einen Sondereigentumsverwalter beauftragen. Dieser übernimmt dieselben Aufgaben wie der Mietverwalter, allerdings lediglich für eine Wohnung. Manchmal ist es möglich, dass die WEG-Verwaltung für eine oder mehrere Wohnungen innerhalb eines Hauses die Sondereigentumsverwaltung übernimmt. Dies bietet Vorteile, da der WEG-Verwalter das Haus und seine Besonderheiten bereits kennt.

Hausverwalterkosten – der Preis ist nicht alles

Lass dich beim Beauftragen einer Hausverwaltung nicht von günstigen Preisen verführen. Ziel einer Hausverwaltung sollte es sein, die Immobilie juristisch, finanziell, baulich und zwischenmenschlich so zu verwalten, dass der Wert erhalten und die Mietparteien besetzt bleiben. Durch eine mangelhafte Verwaltung kann den Eigentümern ein hoher finanzieller Verlust entstehen.

Die Hausverwalterkosten sollten nicht die Rendite gefährden. Foto: nattanan23/pixabay.com
Die Hausverwalterkosten sollten nicht die Rendite gefährden. Foto: nattanan23/piyabay.com

Wie hoch die Kosten letztendlich ausfallen, hängt vom Standort des Objekts sowie von der Größe und Anzahl der verwalteten Wohneinheiten ab. Allerdings solltest du darauf achten, dass die Verwaltungskosten nicht die erhoffte Rendite gefährden. Der Regelsatz für WEG-Verwaltungen liegt zwischen 18 und 30 Euro netto pro Monat und Wohneinheit; die Verwaltung von Mietshäusern schlägt mit 20 bis 26 Euro pro Monat und Einheit zu buche.

So findest du die richtige Hausverwaltung

  • Informiere dich bei mehreren Anbietern über das Angebot. Der Dachverband Deutscher Immobilienverwalter (DDVI) stellt auf seiner Webseite eine umfassende Datenbank zur Verfügung.
  • Achte auf die Seriosität und Professionalität der Verwaltung: Wie lange existiert sie? Ist sie auf große oder kleine Einheiten spezialisiert?
  • Erkundige dich nach der Ausbildung und Qualifikation der Verwalter, denn hier gibt es keine gesetzliche Vorschrift. Eine Ausbildung zum Immobilienkaufmann/-frau, ein Studium oder Zusatzqualifikationen im Bereich Immobilienwirtschaft sind vielversprechend.
  • Frage nach, ob eine Verbandsmitgliedschaft besteht. Nur seriöse Anbieter, die ausreichend qualifiziert sind, werden in den Verband aufgenommen.
  • Vergleiche die Leistungen, Preise und die Transparenz der einzelnen Hausverwaltungen.
  • Erkundige dich nach Referenzen und der finanziellen Absicherung.
  • Finde heraus, wie weit die Hausverwaltung von dem verwalteten Objekt entfernt ist. Je näher, desto besser.

Hausverwalterwechsel – so klappt die Übergabe

Für Hausverwaltungen gelten Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen. Wer seinen Hausverwalter kündigen möchte, sollte diese einhalten. Einen Sonderfall gibt es bei WEG-Verwaltern: Diese können durch einen Mehrheitsbeschluss der Eigentümer von ihren Tätigkeiten entbunden werden. Der Vertrag und die damit verbundenen Zahlungen laufen jedoch weiter, sofern dies vertraglich nicht anders geregelt wurde.

Verstößt die Hausverwaltung grob und dauerhaft gegen den Vertrag, ist eine außerordentliche, fristlose Kündigung möglich. Dies ist beispielsweise bei der Veruntreuung von Geldern der Fall.

Bei einem Verwalterwechsel ist eine gründliche Übergabe inklusive Übergabeprotokoll wichtig. Es sollten sämtliche Unterlagen übergeben werden. Zeitdruck ist für einen reibungslosen Ablauf hinderlich. Daher solltest du ausreichend Zeit für den Wechsel einplanen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.