Haustypen: Welches Haus passt zu mir?

Du fragst dich, welches Haus für dich das Richtige ist? Häuser lassen sich nach verschiedenen Faktoren kategorisieren. Wir stellen dir Haustypen nach Bauweise, Energiebilanz und Ausbaustufe vor.

Egal, ob Reihenhaus, freistehendes Einfamilienhaus oder eine Doppelhaushälfte – jeder Haustyp lässt sich in verschiedenen Bauvarianten verwirklichen. Hier lernst du die gängigsten Haustypen nach Bauweise, Energiebilanz und Ausbaustufe kennen.

Verschiedene Hausarten auf einen Blick. Foto: efauland/pixabay.com


Haustypen nach ihrer Bauweise

Die Bauweise eines Hauses ist entscheidend dafür, wie dein Haus aussieht, wie schnell es errichtet werden kann und wie energieeffizient es ist. Bei der Planung deines Hauses solltest du dich gut über die verschiedenen Bauweisen wie Massiv-, Fertig- und Holzbauweise informieren.

Massivhäuser

Massivhäuser werden Ziegel für Ziegel errichtet und zeichnen sich durch ein beständiges Mauerwerk aus. Meist werden Lochziegel aus Kalksandstein oder Beton verwendet. Sie bieten einen guten Wärmeschutz, sodass die Wände nicht auskühlen. Bei dicken Ziegeln ist keine weitere Dämmung nötig. Der Rohbau nimmt mehrere Wochen in Anspruch. Zudem ist auch eine längere Trockungszeit notwendig. Vorteile des Massivhauses sind ein hoher Wiederverkaufswert, eine gute Winddichtigkeit, perfekter Schallschutz und eine lange Nutzungsdauer. Die Nachteile sind die hohen Baukosten sowie die lange Bau- und Trocknungszeit.

Rohbau eines Massivhauses. Foto: Capri23auto/pixabay.com
Rohbau eines Massivhauses. Foto: Capri23auto/pixabay.com

Fertighäuser

Deutlich schneller lässt sich ein Haus in Fertigbauweise errichten. Bereits nach zwei bis drei Tagen ist der Rohbau fertig. Die vorgefertigten Bauelemente lassen sich wie ein Puzzle zusammenfügen und auf der Bodenplatte montieren. Ein stabiles Ständerwerk sorgt dafür, dass alle Teile an ihrem Platz bleiben. Darüber hinaus bieten Fertighäuser heute viel Gestaltungsfreiraum. Auch ein Keller ist problemlos möglich. Moderne Fertighäuser stehen Massivhäusern in Sachen Energieeffizienz in nichts nach und sind obendrein kostengünstiger. Abhängig von Material und Ausführung können Fertighäuser mittlerweile mit der Beständigkeit von Massivbauten mithalten, sie werden jedoch im Wiederverkaufswert immer noch niedriger eingestuft. Das Raumklima ist zudem oft etwas trockener.

Hausbau. Foto: 2211438/pixabay.com
Die vorproduzierten Teile eines Fertighauses werden auf der Baustelle innerhalb weniger Tage zusammengesetzt. Foto: 2211438/pixabay.com

Holzhäuser

Bei einem Holzhaus handelt es sich oft um ein Fertighaus in Holzständerbauweise. Es gibt aber auch Blockhäuser in Blockbohlenbauweise. Holzhäuser werden überwiegend aus dem Baustoff Holz errichtet. Holz hat als umweltfreundlicher Rohstoff einen hohen Stellenwert und bietet ein warmes und behagliches Wohnklima. Obendrein punktet es mit klimaregulierenden Eigenschaften, sodass eine angenehme Luftfeuchtigkeit in den Innenräumen herrscht. Die Lebensdauer von Holzhäusern ist durch die Witterungsanfälligkeit des Holzes etwas geringer als die von Massivbauten. Bei guter Pflege können sie jedoch ebenfalls sehr alt werden.

Holzhaus mit Carport und Garten. Foto: aloiswohlfahrt/pixabay.com
Ein neu errichtetes Holzhaus. Foto: aloiswohlfahrt/pixabay.com

Haustypen nach ihrer Energiebilanz

In Zeiten steigender Energiepreise solltest du bei der Hausplanung auf die Energieeffizienz und auf die Kosten für das Heizen und Bewohnen deines neuen Hauses achten. Energiesparhäuser setzen als Neubauten auf eine hohe Energieeffizienzklasse und sind seit 2002 in der Energieeinsparverordnung (EnEV) festgeschrieben.

Energiesparhaus

Das Energiesparhaus ist ein Oberbegriff für Häuser, bei denen verschiedene Energiestandards eingehalten werden. Ein Energiesparhaus darf maximal 220 kWh/qm verbrauchen, daher werden alle Komponenten hinsichtlich des Energieverbrauchs aufeinander abgestimmt. Dazu zählen unter anderem die Baustoffe, die Fassadendämmung und das Dach. Zudem ist die Installation einer Solarthermie- oder Photovoltaik-Anlage bei einem Energiesparhaus üblich. 

KFW-Effizienzhaus/Niedrigenergiehaus

Ein Niedrigenergiehaus muss strenge Kriterien erfüllen. Es darf höchstens 50 kWh/qm im Jahr verbrauchen. Bundesweit ist dies allerdings nicht einheitlich geregelt. Klare Richtlinien in Bezug auf den Energieverbrauch gibt es allerdings bei den KfW-Effizienzhäusern. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert sie durch Zuschüsse und günstige Kredite. Je niedriger der Verbrauch des geplanten Hauses, desto höher der Zuschuss. Die Berechnung der verbrauchten Energie eines KfW-Effizienzhauses erfolgt im Vergleich zu einem bauähnlichen Referenzhaus.

Passivhaus

Passivhäuser benötigen keine klassische Heizung, sondern greifen auf „passive“ Wärmequellen zurück. Hierzu zählen die Sonnenenergie und die Abwärme. Die Wärme wird durch eine optimale Dämmung von Boden, Dach und Wänden sowie mithilfe von speziellen Fenstern im Haus gehalten. Passivhäuser verbrauchen weniger als 15 kWh/qm Heizwärme und haben einen maximalen Primärenergiebedarf von 120 kWh/qm.

Solaranlage installieren. Foto: Maria Godfrieda / pixabay.com
Solarthermie wird oft als passive Wärmequelle in Energiesparhäusern eingesetzt. Foto: Maria Godfrieda / pixabay.com

Nullenergiehaus

Ein Nullenergiehaus verfügt ebenfalls über eine passive Wärmerückgewinnung und produziert Strom und Warmwasser durch solartechnische Anlagen. Somit wiegt die eigene Energieproduktion den externen Bezug von Energie auf. Die Energie, die für den Hausbau selbst benötigt wird, wird hierbei jedoch nicht einberechnet.

Haustypen nach Ausbaustufe

Häuslebauer mit handwerklichem Geschick sparen Kosten, indem sie einen Teil des Ausbaus selbst erledigen. Je nachdem, wie viel du an deinem Haus selbst machen möchtest, bieten sich verschiedene Ausbaustufen an.  

Ausbauhaus

Beauftragst du den Bau eines Ausbauhauses, erhältst du einen fertigen Rohbau, den du nach eigenen Wünschen ausbauen kannst. Deine Baufirma errichtet also den Rohbau, die Hausfassade und erledigt den Einbau der Fenster und Türen. Zudem verlegt sie in der Regel Leerrohre für die elektrischen Leitungen, Wasser- und Gasanschlüsse. Den restlichen Innenausbau übernimmst du in Eigenregie. Mit einem Ausbauhaus kannst du dich nicht nur kreativ entfalten, sondern sparst auch Geld. Die Eigenleistung lässt sich nämlich bei der Finanzierung als Eigenkapital anrechnen.

Selbstbauhaus

Ein Selbstbauhaus erfordert deutlich mehr Know-how als ein Ausbauhaus. Das Bauunternehmen übernimmt lediglich den Rohbau und die Wärmeschutzisolierung. Als Bauherr bist du für den Fassadenputz, den Einbau der Fenster und Türen sowie für den Innenausbau verantwortlich. Die Kosten für den Hausbau sinken dadurch stark. Um das Haus fertigstellen zu können, solltest du jedoch über viel Zeit und das notwendige handwerkliche Wissen verfügen.

Bausatzhaus

Ein Bausatzhaus kannst du dir wie ein gigantisches 3D-Puzzle vorstellen. Du erhältst vom Anbieter alle notwendigen Teile für dein neues Heim und bist für den Zusammenbau allein verantwortlich. Auch der Innenausbau liegt in deiner Hand. Für die Planung, die Statik sowie die Bauüberwachung ist jedoch der Anbieter zuständig.

Staatliche Förderungen für den Hausbau nutzen

Egal, für welchen Haustyp und für welche Ausbaustufe du dich entscheidest – informiere dich auch über staatliche Förderungsmöglichkeiten. Dazu zählen unter anderem:

  • Zuschüsse oder Steuererleichterungen durch einen Wohn-Riester-Vertrag
  • Zuschüsse oder Darlehensvergünstigungen bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau für energieeffiziente oder barrierefreie Häuser
  • Vergünstigtes Bauland, Baukindergeld, Subventionen und Kreditminderungen für einkommensschwache Familien oder solche mit einem oder mehreren Kindern

Wichtig ist, dass du die Förderungen rechtzeitig beantragst. Um den Überblick zu behalten, solltest du die Kredit-, Förderungs- und Bauunterlagen sammeln und geordnet abheften.

Amelie Hanke

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