Giftpflanzen im heimischen Garten

Jetzt in der Sommerzeit blüht es endlich wieder im Garten. In Europa gibt es ungefähr 50 Pflanzenfamilien mit vielen Vertretern, die für den Menschen giftig sind. Oft reicht schon eine Berührung mit der Haut und es treten Rötungen und eine Reaktion auf. Besonders bei Kindern im Haushalt ist es wichtig zu wissen, was im Garten sprießt und blüht. Einige Giftpflanzen haben schöne rote Beeren, die Kinder zum Probieren einladen. Deshalb ist es auch wichtig, den Kindern schon im jungen Alter die Gefahren im Garten deutlich zu machen. Wie schwer eine Vergiftung sich auswirkt, hängt auch immer von der Menge des Giftstoffs ab, der verzehrt wurde und von der persönlichen Verfassung der Person. Es gibt natürlich auch eine Vielzahl giftiger Pilze im Garten, diese werden hier im Artikel nicht mit aufgezählt.

Giftige Pflanzen

Hier werden nur einige der Giftpflanzen vorgestellt, die in deutschen Gärten zu Hause sind. Die Wurzeln und Samen des Bilsenkrauts sind sehr giftig. Bereits 15 Samen können für Kinder tödlich sein. Verzehrst du Teile der Pflanzen, treten Herzbeschwerden und Halluzinationen auf. Die Christrose oder auch Schneerose genannt, gehört wie der Eisenhut zu den Hahnenfußgewächsen. Die Christrose mit ihren auffallend großen weißen Blüten ist in vielen Gärten zu finden. Sie löst Herzbeschwerden aus. Der Eisenhut zählt zu den giftigsten Pflanzen Europas. Wer die Pflanze verzehrt, bekommt Krämpfe bis hin zur Herz- und Atemlähmung.

Engelstrompeten
Die Trompetenblume gehört zu den Giftpflanzen ( Quelle : © VRD, Fotolia)

Der Verzehr von Teilen der Eibe führt zu einem Kreislaufkollaps bis hin zur Atemlähmung. Giftig für den Menschen sind die Rinde, die Nadeln und der Samen. Der rote Samenmantel ist für den Menschen jedoch nicht giftig. Engelstrompeten gehören zu den Nachtschattengewächsen. Bereits das Berühren der Pflanze mit den Händen kann Reaktionen auslösen. Bei Kontakt mit den Augen erweitern sich die Pupillen. Bei einer Vergiftung tritt der Tod durch Herzversagen ein.

Bereits der Verzehr von zwei Blättern des Fingerhuts kann für Kinder eine tödliche Dosis sein. Genauso wichtig ist es, im Garten angebautes Gemüse nicht unreif beziehungsweise ungekocht zu verzehren. Der Verzehr von rohen Gartenbohnen, Tomaten oder Kartoffeln kann zu Krämpfen, Erbrechen und Fieber führen.

Der beliebte Strauch Goldregen wurde 2012 die „Giftpflanze des Jahres“. Alle Teile dieser Pflanze sind giftig, besonders jedoch die Samen. Es kommt zu Lähmungen und im schlimmsten Fall zum Atemstillstand. Auch in manchen Gärten anzutreffen sind Herbst Zeitlose. Im Frühjahr siehst du nur ihre grünen Blätter, die häufig mit Bärlauch verwechselt werden. Eine Blüte ist erst im Herbst zu sehen. Die Vergiftungserscheinungen treten meist erst ein paar Stunden später auf und 0,8 Milligramm pro Kilogramm an Körpergewicht gelten als tödliche Dosis. Der Tod tritt aufgrund einer zentralen Atemlähmung ein. Leider gehören in diese Liste auch die Maiglöckchen. Die weißen Blüten und roten Früchte sind besonders giftig. Als Symptome spürst du Übelkeit bis hin zu Herzrhythmusstörungen.

Maiglöckchen im Beet
Im Frühling sprießen die Maiglöckchen (Quelle: © helenedevun, Fotolia)

Vergiftung durch Pflanzen

Besonders Eltern und Großeltern sollten die giftigsten Pflanzen kennen, so kannst du bei einer Vergiftung schnell Erste Hilfe leisten. Besteht der Verdacht einer Vergiftung, solltest du immer die Ruhe bewahren und das Kind nicht mit der eigenen Panik anstecken. Tee, stilles Wasser oder Saft darfst du zum Trinken geben – auf keinen Fall solltest du Milch anbieten! Außerdem bringe das Kind nicht zum Erbrechen.

Jetzt ist es wichtig herauszufinden, um welche Pflanze es sich handelt. Wurde die Pflanze nur gekaut oder auch hinuntergeschluckt? Welche Teile der Pflanze und wie viel? Alle diese Informationen sind für den Rettungsdienst sehr hilfreich. Die kostenlose Rufnummer der Giftnotrufzentrale solltest du immer griffbereit haben: 030 – 19240 mit Sitz in Berlin. Du solltest dich im Vorfeld nach Notrufnummern von örtlichen Krankenhäusern informieren. Am Telefon kannst du dem Mitarbeiter die Pflanze auch beschreiben, sollte der Name unbekannt sein. Das Aussehen, der Standort, Form, Größe, Anordnung der Blätter, Farbe, die Blüten und Früchte helfen bei der Bestimmung. Ist der Rettungsdienst vor Ort, sollte ein Stück der Pflanze mitgenommen werden, damit die Mitarbeiter im Krankenhaus die Pflanze schnell identifizieren können.

Mögliche Hinweise auf eine Vergiftung können unerklärliche Müdigkeit sein, ein plötzliches Schwindelgefühl, Taubheit, Sehstörungen und Krämpfe. Unruhe, Verwirrtheit und Halluzinationen zählen auch zu den auftretenden Symptomen. Bei Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall kann eine Vergiftung vorliegen. Atem- und Herzrhythmusstörungen sind schon sehr ernste Folgen und sollten nicht unbehandelt bleiben. Dagegen solltest du Hautveränderungen, wie Rötungen und Juckreiz gründlich beobachten.

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