Asbest entsorgen – darauf kommt es an

Lange galt Asbest als Wunderfaser, weil er reißfest, sehr flexibel, hitze- und fäulnisbeständig ist. Da er darüber hinaus sehr günstig ist, wurde er in vielen Bereichen des Hausbaus verwendet. Heute weiß man es besser: Asbest hat zwar bautechnisch viele gute Eigenschaften, allerdings ist er extrem gesundheitsgefährdend.

Verwitternde, asbesthaltige Dachplatten. Foto: Karolina Grabowska / Pixabay.com
Verwitternde, asbesthaltige Dachplatten. Foto: Karolina Grabowska / Pixabay.com

Von intakten Asbestprodukten geht zunächst keine Gefahr aus. Werden sie allerdings brüchig, gelangen die gefährlichen Fasern in die Atemluft. Wer Asbestfasern einatmet, setzt sich einem erhöhten Krebsrisiko aus. Jahrzehnte später sind oft Asbestose, Lungen-, Rippenfell- oder Bauchfellkrebs die Folge einer erhöhten Asbestexposition. Aus diesem Grund ist es seit 1993 in Deutschland verboten, Asbest oder asbesthaltige Produkte herzustellen, zu verbreiten oder zu verwenden.

Wo wurde Asbest verbaut?

Asbest wurde in vielen Bereichen des Hausbaus verwendet. Da er meist mit anderen Werkstoffen vermixt wurde, können Laien ihn nur schwer am Äußeren oder an der Beschaffenheit erkennen. Darüber hinaus verfügt er auch nicht über einen spezifischen Duft.

Häufig ist Asbest hier zu finden:

  • Estrich
  • Bodenbelag
  • Fliesenkleber
  • Spachtelmasse
  • Dacheindeckung
  • Fassaden
  • (Außen-)Wandverkleidung
  • Elektrogeräte wie Kohlebogenlampen, Nachtspeicheröfen usw.

Wann Asbest entfernt werden muss

Wurde Asbest in deinem Haus verbaut, heißt das nicht gleich, dass du eine Asbestsanierung durchführen lassen musst. Ein Sanierungsbedarf ergibt sich erst, wenn eine Gefahr für die Gesundheit vorliegt. Dies ist in der Regel der Fall, wenn es sich um schwachgebundenen Asbest handelt oder wenn die Asbestprodukte verwittern beziehungsweise brüchig werden. Ein sofortiger Sanierungsbedarf besteht, wenn die Asbestfaserkonzentration 1.000 Fasern pro Kubikmeter Luft überschreitet.

Asbestsanierung nur mit Fachbetrieb

Festgebundene Asbestprodukte dürfen Laien zwar selbst entfernen und entsorgen, allerdings ist davon abzuraten. Sie haben in der Regel weder das nötige Fachwissen noch die Schutzausrüstung, um Asbestarbeiten durchzuführen, ohne ihre Gesundheit zu gefährden. Auch Laien müssen sich bei der Entfernung von Asbest an die komplexen Sicherheitsvorschriften der Technischen Regel für Gefahrstoffe, TRGS 519, halten, sonst riskieren sie eine hohe Geldstrafe. Daher ist es besser, wenn sie einen Fachbetrieb beauftragen.

Egal, ob es um eine Asbestsanierung oder lediglich um die Entsorgung von asbesthaltigem Müll geht: Wenn du ein Unternehmen beauftragst, musst du sicherstellen, dass es über einen Sachkundenachweis für Arbeiten mit Asbest verfügt. Aus diesem Grund solltest du dir den Sachkundenachweis vorher zeigen lassen. Das Zertifikat ist maximal sechs Jahre lang gültig und verlängert sich um dieselbe Zeitspanne, wenn der Handwerker vor Ablauf einen Fortbildungslehrgang abschließt.

Worauf du bei der Asbestentsorgung achten solltest

Für die Entsorgung von Asbest gelten besondere Regeln, weil es sich hierbei um einen Gefahrenstoff handelt. Aus diesem Grund sollten Privatpersonen sowohl die Asbestsanierung als auch die Asbestentsorgung einem professionellen Unternehmen anvertrauen. Per Gesetz dürfen Privatpersonen sowieso ausschließlich Kleinmengen an festgebundenem Asbest entsorgen. Welche Menge als Kleinmenge gilt, setzt jede Deponie etwas anders fest. In der Regel gelten Asbestprodukte bis zu 50 Kilogramm als solche.

Asbest darf nicht als Sperrmüll entsorgt werden, denn er zählt zum Sondermüll. Wird eine kleine Menge Asbest entsorgt, müssen Abfallerzeuger und Abfallentsorger nach Paragraf 12 NachwV einen Übernahmeschein führen, der die Annahme des Sondermülls durch die Deponie dokumentiert. Es empfiehlt sich auch, einen Entsorgungsnachweis zu führen – Pflicht ist dies bei kleinen Mengen jedoch nicht. Die entsprechenden Formulare zur Abfallentsorgung findest du hier.

Wenn du Asbest selbst entsorgen möchtest, solltest du adäquate Schutzkleidung tragen. Diese besteht aus einem Schutz-Overall der Kategorie 4-6 bei hoher Luftfeuchtigkeit oder 5-6 bei geringer Luftfeuchtigkeit, einer Atemschutzmaske (FFP-1 bis FFP-3) und Latex- oder Nitrilhandschuhen.

Big Bags für die Asbestentsorgung

Zudem benötigst du reißfeste Polyethylen-Säcke oder Big Bags für die Asbestentsorgung. Bei Big Bags handelt es sich um Schüttgutbehälter aus Polypropylen, die aussehen wie eine große Tasche.

Damit sich bei der Asbestentsorgung keine Fasern lösen, solltest du die Asbestprodukte zuerst mit einem Bindemittel besprühen. Anschließend verpackst du sie luftdicht in den erwähnten Big Bags oder Polyethylen-Säcken. Die Verpackungssäcke müssen zudem gut sichtbar als gefährlicher Abfall gekennzeichnet werden.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.