Wandfarben – die richtige Auswahl

Bei der Auswahl der Wandfarbe kommt es nicht nur auf die richtige Kombination der Farbtöne an, sondern auch auf die Art der Wandfarben. Im Baumarkt kannst du aus einer Vielzahl auswählen. Dispersionsfarben sind sehr beliebt, aber auch Leim-, Silikat-, und Latexfarben haben ihre Vorteile.

Zusammensetzung der Wandfarben

Zu den gängigsten Wandfarben gehören Dispersionsfarben. Als Bindemittel dienen hier Kunstharze, meist Acrylharze, oder Kunststoffe wie Polyvinylacetat. Dispersionsfarben lassen sich leicht verarbeiten, haben eine hohe Deckkraft, sind fleckenbeständig und abwaschbar. Sie eignen sich für Mauerwerk, Raufaser- und Prägetapeten, Putz und Beton sowie für grundierte Gipskarton- und Zementfaserplatten. Wie du mit Dispersionsfarben Tapeten gut überstreichen kannst, erfährst du hier.

Bunte Wandfarben streichen. Foto: olly/fotolia.com
Zimmer mit Wandfarben individuell gestalten. Foto: olly/fotolia.com

Wie der Name andeutet, wird bei Leimfarbe Leim als Bindemittel verwendet und Wasser als Lösungsmittel. Leimfarben kannst du fertig gemischt oder als Pulver kaufen. Sie besitzen eine gute Deck- und Leuchtkraft und sind umweltfreundlich, da sie ohne Kunstharze hergestellt werden. Da die Farben empfindlich gegen Feuchtigkeit sind, sind sie im Außenbereich tabu. Zudem lassen sich Leimfarben nur überstreichen, wenn du sie vorher mit Schleifpapier aufraust.

Bei Latexfarben wird natürlicher Latex, der Milchsaft des Kautschukbaumes, als Bindemittel eingesetzt. Diese Farben sind wasserabweisend, diffusionsfähig, scheuer- und abriebfest, elastisch und glänzend. Da sie teuer und schwer zu überstreichen sind, bekommt man sie meist nur in Fachgeschäften.

Silikatfarben sind langlebig und witterungsbeständig.  Die Besonderheit bei Silikatfarbe ist, dass sie sich mit dem Untergrund fest verbindet und nicht nur eine Deckschicht bildet. Durch ihre Wasserdampfdurchlässigkeit schafft sie ein angenehmes Wohnklima und verhindert Schimmelbildung, deshalb eignet sie sich gut für Feuchträume wie Küchen oder Bäder. Darüber hinaus ist die Farbe umweltfreundlich und der gewählte Farbton bleibt lange erhalten. Bei der Verarbeitung sind Silikatfarben ätzend auf der Haut, deshalb sind Schutzhandschuhe und eine Schutzbrille unbedingt erforderlich.

Kalkfarben sind sehr umweltfreundlich und wischbeständig. Sie zeichnen sich durch einen matten, warmen Farbton aus und kommen gut mit erhöhter Luftfeuchtigkeit zurecht. Zudem absorbieren Kalkfarben Gerüche. Ebenso wie Silikatfarben sind Kalkfarben bei der Verarbeitung ätzend auf der Haut, deshalb ist auch hier Schutzkleidung nötig. Zudem ist die Farbe schwerer zu verarbeiten: Es sind oft mehrere Anstriche nötig, damit sie ausreichend deckt.

Ebenso wie Silikat- und Kalkfarbe zählt auch Lehmfarbe zu den Naturwandfarben. Sie zeichnet sich aufgrund ihrer guten Deckkraft und ihrer Diffusionsoffenheit gut als Wandfarbe für Innenräume aus. Darüber hinaus ist sie gesundheitlich unbedenklich und schafft ein gesundes Raumklima. Besonders eignen sich Lehmfarben zum Überstreichen von Untergründen aus Kalk- oder Lehmputz. Bei Kalk- und Lehmfarben war die Farbvielfalt nie besonders groß, doch mittlerweile gibt es Hersteller, die eine Farbvielfalt von über 350 Farben ermöglichen.

Farbkarte mit Pinsel. Foto: Florian Hiltmair / fotolia.com
Farbkarten helfen dir bei der Wahl der richtigen Wandfarbe. Foto: Florian Hiltmair / fotolia.com

Die richtigen Wandfarben wählen

Bei der Auswahl der Wandfarbe spielt der persönliche Geschmack eine entscheidende Rolle. Dennoch gibt es ein paar allgemeine Grundsätze zur Farbwahrnehmung: So gelten knallige Wandfarben wie Rot- und Orangetöne als dynamisch, kraftvoll und anregend. Aus diesem Grund eignen sie sich gut fürs Wohn- oder Arbeitszimmer, nicht jedoch fürs Schlafzimmer. Im Schlafzimmer solltest du auf knallige Wandfarben verzichten, da sie beim Entspannen und Einschlafen hinderlich sein können. Auch Gelb bietet sich für den Arbeitsbereich an, da die Farbe anregend wirkt. Braun- und Sandtöne sind zeitlose Farben, die sich für jeden Raum eignen, da sie beruhigend wirken und Gemütlichkeit ausstrahlen.  Auch Pastelltöne sind zeitlose Klassiker, die immer schön aussehen. Im Baufachmarkt kannst du dir fast alle Wunschtöne zusammenmischen lassen und aus einer großen Palette an Farben deine liebste Wandfarbe auswählen.

Bevor du mit dem Streichen anfängst, solltest du den Untergrund prüfen. Mit einem Stück Klebeband testest du, ob die alte Farbe noch fest am Untergrund haftet. Bleibt Farbe am Klebeband hängen, solltest du die Wand grundieren, damit die neue Wandfarbe haften kann. Sind unschöne Flecken auf der Wand zu sehen, solltest du sie mit einer Seifenlauge und einem Schwamm entfernen. Bevor du mit der neuen Wandfarbe anrückst, muss die Wand vollkommen trocken sein. Rühre die Farbe mit einem langen Holzstiel vor dem Gebrauch kräftig um, damit eine gleichmäßige Konsistenz entsteht. Nun kannst du die Wände streichen.

Ein Kommentar

  1. Habe mir jetzt die Leimfarbe GLINA von Naturfarben Stahl gekauft und bin damit äußerst zufrieden. Wirklich weiß, sehr gut deckend, leicht zu verarbeiten und sehr ergiebig. Konnte mit den 2,5 kg mehr als 25qm. Sehr empfehlenswert. Und auf Holz hält sie auch. Bin begeistert.

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