Wände richtig streichen

Manchmal ist es Zeit für eine Veränderung in der Wohnung. Viele greifen dann zu Pinsel und Farbeimer um ihrem Zuhause einen neuen Anstrich zu verpassen.

Es ist meist nicht notwendig, einen teuren Malerbetrieb zu engagieren. Wer sich mit der richtigen Ausrüstung ausstattet und ein paar Anweisungen und Tipps befolgt, kann selbst zum Malermeister werden.

Wände streichen, Farbrolle. Foto: A. Muckelbauer
Wandanstrich mit der Farbrolle. Foto: A. Muckelbauer

Raum und Farbe

Zuerst solltest du dir Gedanken über das neue Raumkonzept machen. In welcher Farbe willst du streichen? Möchtest du alle vier Wände einheitlich oder nur Teilabschnitte farbig gestalten? Welche Atmosphäre soll der Raum ausstrahlen? Helle Farben wie Rot und Orange lassen ein Zimmer warm erscheinen und machen aktiver. Dunklere Farben wie blau oder grün strahlen Gemütlichkeit aus und wirken beruhigend. Außerdem solltest du berechnen, wie groß die Fläche ist, die du anstreichen möchtest. Nur so kannst du sichergehen, dass du genug Farbe kaufst.

Die richtige Ausrüstung für den Wandanstrich

Es lohnt sich, für den Wandanstrich eine hochwertige Ausrüstung zu kaufen. Pinsel, Farbrollen und Abstreifgitter können beim nächsten Mal wiederverwendet werden, wenn du sie nach Benutzen gründlich auswäscht. Außerdem verliert ein wertiger Pinsel beim Streichen nicht so viele Haare, die mit der Farbe an der Wand hängen bleiben.
Tipp: Falls sich deine Streicharbeiten über mehrere Tage hinziehen, solltest du darauf achten, dass der Pinsel oder die Farbrolle über Nacht nicht austrocknet und unbrauchbar wird. Wickle ihn luftdicht mit einer Plastiktüte ein, dann kannst du ihn am nächsten Tag wiederverwenden.

Wände streichen – deine Checkliste:

Pinsel
Farbrolle
Abstreifgitter
Farbe im richtigen Mengenmaß
Kreppband
Malervlies oder alte Decken
Schutzkleidung
Ggf. Grundierung
Ggf. Spachtel
Ggf. Spachtelmasse

Vor dem Wandanstrich

Falls du statt einer überstreichbaren Tapete die nackte Wand streichen möchtest, solltest du Überreste des alten Wandbelages komplett entfernen. Unebenheiten besserst du mithilfe von Spachtelmasse aus. Je glatter und reiner die Wand, desto besser kommt die Farbe am Ende rüber und schafft ein sauberes Bild. Zudem solltest du die Wände mit einem Besen oder Staubsauger von Staub befreien.

Wände streichen, Abkleben, Tapete entfernen. Foto: Ingo Bartussek / fotolia.com
Entferne zuerst Tapetenreste und klebe Fenster und Türen ab. Foto: Ingo Bartussek / fotolia.com

Anschließend überprüfst du die Saugfähigkeit der Wände, indem du mit einem nassen Pinsel darüberstreichst. Färbt sich die Wand dunkel, hat sie das Wasser aufgesaugt. Dann empfiehlt es sich, zuerst eine Schicht Grundierung auf die Wand aufzutragen. Dadurch brauchst du nicht so viel Farbe und sie haftet später besser an der Wand.

Danach klebst du Bodenleisten, Fenster- und Türränder mit Kreppband ab. Dadurch werden diese vor Farbe geschützt. Lege außerdem ein Malervlies oder eine alte Decken direkt vor die Wände. Das erspart dir Farbkleckse auf dem Boden. Ziehe zudem Kleidung an, die dreckig werden darf. Denn Farbe geht schwer aus Textilien heraus.

Schwing den Pinsel – Wände richtig streichen

Jetzt kann es endlich losgehen. Rühre die Farbe gut an und gib – wenn nötig – noch etwas Wasser dazu. Die Wandfarbe sollte nicht zu dick- und nicht zu dünnflüssig sein. Grundsätzlich gilt: Streiche immer vom Licht weg. Beginne also mit der Wand beim Fenster und arbeite dich vom Fenster aus vor. Zuerst malst du mit einem Pinsel die Ränder und Ecken vor. Die Farbe darf dabei ruhig ein paar Zentimeter Richtung Wandmitte aufgetragen werden.

Tipp: Habe immer einen Eimer Wasser und einen Lappen parat. Solltest du ausversehen über das Kreppband hinausstreichen, kannst du die beschmutzte Tür oder Bodenleiste sofort säubern, ehe die Farbe antrocknet.

Wände streichen, Wandanstrich. Foto: A. Muckelbauer
Streiche zuerst die Kanten mit dem Pinsel vor, bevor du zur Rolle greifst. Foto: A. Muckelbauer

Danach kommt die große Farbrolle zum Einsatz. Rolle sie nach dem Eintauchen in den Farbeimer auf dem Abstreifgitter ab. Anschließend verstreichst du die aufgenommene Farbe gründlich auf der Wand. Bewege dazu die Rolle zuerst kreuz und quer, um die Farbe gleichmäßig auf dem Flächenabschnitt zu verteilen. Achte darauf, die Rolle nicht zu fest aufzudrücken, damit sie nicht zu viel Farbe auf einmal abgibt. Anschließend rollst du die Fläche noch einmal von oben nach unten ab, damit der Anstrich einheitlich aussieht.

Streiche außerdem nach dem Nass-in-Nass-Prinzip. Das heißt, dass du nach jedem Neubenetzen mit Farbe in das bereits gestrichene Feld hineinstreichst. Dadurch sieht man später keine Übergänge. Des Weiteren lohnt es sich, mindestens zweimal über eine Fläche zu streichen. So wird garantiert, dass die Farbe gut deckt.

Sobald du eine Wand fertig gestrichen hast, solltest du die Kreppbänder sofort abziehen. Entfernst du sie erst, wenn die Farbe bereits getrocknet ist, können sich Teile der Farbe mit dem Klebeband von der Wand lösen.

Wände streichen für Profis: So ziehst du gerade Linien

Möchtest du eine weiße Wand mit bunten Linien verschönern, solltest du folgende Schritte beachten. Zuerst zeichnest du mithilfe einer Wasserwaage und einem Bleistift die Linien auf der trockenen, weißen Wand vor. Anschließend klebst du entlang der Bleistiftränder Kreppband sorgfältig an die Wand. Das Kreppband solltest du jedoch so anbringen, dass du die Bleistiftlinien später überstreichst. Nun trägst du die Farbe auf. Danach entfernst du die Kreppbänder wieder. Und siehe da: Deine Linien sehen sauber und gerade aus.

Wände streichen, Wand streichen. Foto: sedatseven/fotolia.com
Eine frisch gestrichene Wand. Foto: sedatseven/fotolia.com

Trockenphase

Die Farbe braucht je nach aufgetragener Menge und Fläche unterschiedlich lange, um zu Trocknen. Im Durchschnitt circa 24 Stunden. Die Raumtemperatur sollte beim Streichen nicht über 30 Grad Celsius warm sein, denn zu viel Wärme kann das Streichergebnis beeinträchtigen. Durch ausreichendes Lüften kannst du die Trocknung beschleunigen. Außerdem hat das Lüften den positiven Nebeneffekt, dass der penetrante Farbgeruch schneller verfliegt.

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