Versicherungen – das musst du wissen

Ein leidiges Thema, um das sich sicherlich die Wenigsten gerne kümmern: die eigenen Versicherungsverträge. So mancher Haushalt ist doppelt abgesichert, in anderen Familien fehlen wichtige Versicherungen. Es ist gar nicht so einfach, hier den Überblick zu behalten. Damit du für jeden Schadensfall richtig versichert bist, musst du dich bereits vor Vertragsabschluss mit deinen Versicherungen auskennen.

Wie funktionieren Versicherungsgesellschaften?

Versicherungsgesellschaften funktionieren ganz einfach nach dem Prinzip der kollektiven Risikoübernahme. Das bedeutet, dass viele Versicherte kleine Beträge in einen großen Topf einzahlen. Tritt bei einem Versicherten ein Schadensfall ein, wird aus dem Topf Geld entnommen. Dabei gehen die Versicherer davon aus, dass nur bei einem geringen Teil der Versicherten wirklich ein Schaden auftritt.
Die Höhe der Beiträge hängt von folgenden Faktoren ab:

  •     Der Versicherungsgegenstand, soll ein Auto oder das Leben einer Person versichert werden.
  •     Welchen Gefahren ist der Versicherungsgegenstand ausgesetzt?
  •     Welche Auswirkungen haben diese Gefahren?
  •     Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Schaden wirklich eintritt.

Versicherungen für das eigene Auto

Autounfall
Ein Unfall kann schnell teuer werden (Quelle: © Thaut Images, Fotolia)

Es gibt Versicherungen, die du als Privatperson unbedingt brauchst, damit du im Schadensfall abgesichert bist. Wenn du ein eigenes Auto hast, darf eine Kfz-Versicherung nicht fehlen. Hier wird zwischen Vollkasko- und Teilkaskoversicherung und der Kfz- Haftpflichtversicherung unterschieden. Eine Vollkaskoversicherung solltest du auswählen, wenn du auf Nummer Sicher gehen möchtest. Die Vollkaskoversicherung übernimmt alle Bestandteile der Teilkasko und zahlt auch bei Schäden durch Vandalismus an deinem Fahrzeug und wenn du einen Unfall selbst verschuldest. Diese Versicherungen sind aber keine Pflicht – im Gegensatz zur Kfz-Haftpflichtversicherung. Egal, ob du Unfallverursacher oder Geschädigter bist, die Pflichtversicherung übernimmt bei einem Unfall die Kosten des Geschädigten. Oftmals kommt es auch zum Rechtsstreit zwischen den Unfallparteien. In diesem Fall ist es gut, wenn du eine Rechtsschutzversicherung hast, die Kosten für Anwalt und Gericht übernimmt. Achte im Vertrag darauf, ob das Auto versichert ist oder Einzelpersonen.

Versicherungen für Privatpersonen

Die private Haftpflichtversicherung sichert alle typischen Risiken im Alltag ab. Ein typisches Beispiel für einen Schadensfall den die Haftpflichtversicherung übernimmt, ist das umgestoßene Rotweinglas bei deinen Freunden. Die Reinigungskosten für den Teppich übernimmt deine Versicherung. Oftmals ist deine ganze Familie mitversichert. Hier gibt es teilweise große Unterschiede bei den Verträgen. Besonders im Kleingedruckten werden gerne bestimmte Schadensfälle ausgeschlossen. Hast du bereits eine Private Haftpflichtversicherung, lohnt es sich, nochmals nachzulesen.

Es gibt spezielle Versicherungen, die dich und deine Familie bei Krankheit und Arbeitsausfall schützen. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung springt dann ein, wenn du als Arbeitnehmer deinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kannst. Die Risiko-Lebensversicherung sichert deine Familie ab, wenn dir etwas zustoßen sollte. Vor allem als Hauptverdiener deiner Familie kannst du mit einer Lebensversicherung für die Zukunft vorsorgen.

Neben der Krankenversicherung, die jeder Deutsche haben muss, kannst du Zusatzversicherungen im Bereich Gesundheit abschließen. Eventuell ist eine Zahnzusatzversicherung sinnvoll, für Auslandsreisen bietet sich eine extra Versicherung an oder wenn du bei einem Krankenhausaufenthalt im Einzelzimmer liegen möchtest, kannst du dich versichern.

Versicherungen für die Wohnung

Eine Bauherrenhaftpflicht braucht jeder Bauherr, egal, ob er ein Bauunternehmen beauftragt oder in Eigenregie baut. Denn wer den Bau veranlasst, der kann im Schadensfall zur Verantwortung gezogen werden.

Als Vermieter brauchst du zusätzlich eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht. Diese Versicherung übernimmt Schäden von Personen oder Gegenständen auf deinem Grundstück. Eine weitere wichtigste Versicherung ist die Wohngebäudeversicherung, die Schäden durch Feuer, Sturm und Leitungswasser begleicht. Als Vermieter kannst du die Kosten anteilig auf die Mieter aufteilen. Hier gibt es teilweise unterschiedliche Klauseln, deshalb musst du vor der Unterschrift gut lesen. Eventuell lohnt es sich, Zusätze wie Abbruch- und Aufräumkosten oder Elementarschäden durch Regen, Erdbeben und Schnee zum Vertrag hinzuzufügen.

Hausratversicherung
Die Hausratversicherung übernimmt Schäden an deinem Eigentum in der Wohnung (Quelle: © DOC RABE Media, Fotolia)

Egal ob Mieter oder Vermieter, eine Hausratversicherung braucht jeder. Sie ersetzt Schäden innerhalb deiner Wohnung. Zusätzlich kannst du Überspannungsschäden durch Blitzschlag über die Hausratversicherung abdecken. Es lohnt sich, alle paar Jahre die Versicherungssumme im Vertrag zu überprüfen. Im Schadensfall bekommst du bei einer Unterversicherung weniger Geld ausbezahlt als dein Hausrat Wert ist und eine Überversicherung zahlst du zu hohe Beiträge.

Versicherungen richtig kündigen

Oftmals wird es nötig, eine Versicherung zu kündigen. Beispielsweise wird beim Zusammenzug mit dem Partner eine Hausratversicherung überflüssig. Eine Kündigung muss immer schriftlich erfolgen und du solltest um eine Kündigungsbestätigung bitten. Nur so kannst du im Streitfall beweisen, dass deine Kündigung bei der Versicherung angekommen ist.

Ordentlich Kündigen kannst du erstmals zum Vertragsende, denn oftmals verlängern sich die Verträge automatisch, wenn du keine Kündigung schickst. Später kannst du jährlich zum Ende des Versicherungsjahres kündigen. Soweit nichts anderes im Vertrag festgehalten wurde, gilt eine Kündigungsfrist von drei Monaten. Außerordentlich kannst du kündigen, wenn eine Beitragserhöhung ins Haus steht. Du hast ab Erhalt des Schreibens mit der Ankündigung dann einen Monat Zeit, die Kündigung schriftlich einzureichen.

Probleme mit der Versicherungsgesellschaft

Experten sind sich einig: Bei kleinen Schäden, zahlen die meisten Versicherer ohne große Verzögerungen. Oftmals ist eine Überprüfung zu teuer und lohnt sich nicht. Je höher jedoch die Schadenssummen sind, desto öfter stellen sich die Versicherer quer. Teilweise müssen die Geschädigten jahrelang von Gericht zu Gericht ziehen. Am Ende stehen nicht selten schlechte Deals für den Versicherungsnehmer, da ihm einfach das Geld und die Geduld ausgehen. Gerade bei Berufsunfähigkeitsversicherungen werden im Schadensfall hohen Summen fällig. Statistiken zufolge werden rund 30 Prozent der Anträge für Berufsunfähigkeit abgelehnt. Deshalb solltest du beim Ausfüllen der Formulare Bedingungen und Kleingedrucktes sorgfältig lesen. Fülle alle Felder wahrheitsgemäß aus, damit du abgesichert bist.

Bekommst du eine Ablehnung von deiner Versicherung, frag ein zweites Mal nach und bitte um eine erneute Prüfung deines Anliegens. Der Weg zum Anwalt ist der letzte Schritt. Vorher kannst du den Versicherungsombudsmann aufsuchen. Auf der Internetseite der BaFin, der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht findest du Adressen und Ansprechpartner wichtiger Schlichtungsstellen. Als unparteiische Schiedsperson betrachtet er deinen Fall unabhängig. Er versucht, eine Einigung durch einen Vergleich zu erlangen. Allerdings sind seine Vorschläge nicht bindend für die Versicherungen.

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