Umzug organisieren – eine Checkliste

Dem Umzug ins neue Heim fiebern viele schon Monate im Voraus entgegen und können es kaum erwarten, endlich loszulegen. Doch damit der Umzug erfolgreich vonstattengeht, bedarf es einer guten Planung. Wir zeigen dir, was du beim Umzug auf keinen Fall vergessen darfst.

Schritt für Schritt in die neue Wohnung

Mit ein paar Umzugshelfern gelingt der Umzug schneller und stressfreier. Foto: Picture-Factory / fotolia.com

Umzugshelfer engagieren

Einen Umzug kann keiner alleine bewältigen. Daher bitte frühzeitig deine Freunde und Familie um Hilfe oder beauftrage ein Umzugsunternehmen. Wenn du innerhalb derselben Stadt umziehst und keinen Zeitdruck hast, ist ein Umzug in Eigenregie zu empfehlen. Dieser ist deutlich günstiger als mit einem Umzugsdienstleister.

Willst du dir aber viel Arbeit sparen und deine Nerven schonen, solltest du einen Umzugsservice engagieren. Dabei kannst du das Komplettpaket oder nur Teilleistungen, wie den Ab- und Aufbau der Möbel oder Handwerksleistungen, in Anspruch nehmen. Bevor du dich für einen Anbieter entscheidest, solltest du einen Preisvergleich durchführen. So bekommst du ein besseres Gefühl dafür, welche Leistungen wie viel kosten.

Umzugskosten kalkulieren

Wo wir schon dabei sind: Wie viel kostet eigentlich ein Umzug? Diese Frage stellen sich viele, die einen Wohnortwechsel planen.

Beim Umzug mit einer Umzugsfirma variieren die Preise je nach Leistungsumfang, der Menge des Umzugsgutes und der Distanz zwischen altem und neuem Wohnsitz. Sofern du selbst ein- und auspackst und der Umzug innerhalb derselben Stadt stattfindet, kann ein Ein-Mann-Haushalt mit bis zu 500 Euro rechnen. Eine mehrköpfige Familie sollte bis zu 2.000 Euro für den Umzugsdienstleister einkalkulieren.

Organisierst du deinen Umzug ohne Dienstleister, kommen viele kleine Kostenpunkte auf dich zu:

Verpflegung der Umzugshelfer

Sind deine Umzugshelfer Freunde oder Bekannte, ist eine Entlohnung mit Geld eher unüblich. Allerdings müssen deine Helfer am Umzugstag ausreichend mit Essen und Getränken versorgt werden. Plane dafür circa 10 Euro pro Person ein.

Hilfsmittel für den Umzug

Beim Umzug in Eigenregie beschaffst du dir in der Regel das gesamte Umzugsmaterial selbst. Zum einen benötigst du jede Menge Umzugskartons. Eine Faustregel besagt, dass pro m² Wohnfläche ein Karton nötig ist. Umzugskartons kannst du bereits ab einem Euro pro Stück kaufen – je größer und stabiler, desto teurer. Besorge dir für deine liebsten und zerbrechlichen Stücke auf jeden Fall ein paar hochwertige Umzugskartons. Frage auch gerne mal deine Freunde und Bekannten, ob sie dir Kartons leihen können. Alternativ findest du gebrauchte Umzugskartons auf lokalen Anzeigenportalen.

Als Füll- und Schutzmaterial eignen sich Wellpappe, Luftkissen oder Abdeckvlies.

Kantenschutzleisten schützen vor Stößen und Kratzern beim Transportieren. Zum anderen solltest du dir Gurte, Arbeitshandschuhe, Klebeband und ein Cuttermesser zulegen. Rechne für diese Materialien ungefähr 40 Euro pro umzuziehendem Zimmer ein. Hier ein ausführlicher Artikel zum Thema Umzugsmaterial.

Transporter und Transportversicherung

Umzugs-LKW auf einer Landstraße
Für besonders viele oder schwere Umzugsgüter eignet sich ein Umzugs-LKW. Foto: am / fotolia.com

Um deine Kartons und Möbel sicher an ihr Ziel zu bringen, kannst du einen Transporter anmieten. Die Mietkosten pro Tag beginnen bei etwa 40 Euro. Spritkosten müssen eingerechnet werden, da das Fahrzeug zumeist wieder vollgetankt übergeben werden muss. Auch eine Kaution ist häufig fällig.

Eine Transportversicherung kann sowohl beim Umzug in Eigenregie als auch beim Umzug mit einem Umzugsunternehmen sinnvoll sein. Sie deckt Schäden, die während des Umzugs an deinem Hab und Gut entstehen können, ab. Der Preis der Versicherung orientiert sich am Versicherungswert der zu transportierenden Güter. Tipp: Versichere grundsätzlich den Neuwert deines Inventars! Dazu brauchst du zwar die Kaufbelege der wertvolleren Gegenstände; in einem Schadensfall erhältst du aber deren vollen Neupreis – und nicht nur den Zeitwert – erstattet.

Halteverbotszone errichten lassen

Damit du den Umzugswagen auch in unmittelbarer Nähe des neuen Hauses parken darfst, solltest du eine Halteverbotszone beim zuständigen Straßenverkehrsamt, Ortsamt oder Landratsamt beantragen. So bist du rechtlich abgesichert und sparst dir die lästige Parkplatzsuche. Die Kosten schwanken von Ort zu Ort und beinhalten die Aufstellung und Miete der Haltverbotsschilder sowie Abgaben für die Einwilligung der Gemeinde. In den größten deutschen Städten kannst du mit ungefähr 70 bis 150 Euro rechnen. Die Organisation von Halteverbotszonen kann häufig online abgewickelt werden – einfach mal im Internet recherchieren.

Möbelstellplan anfertigen

Ein Umzug ist immer eine gute Möglichkeit, sich von alten Möbeln zu trennen. Sei dir daher vor dem Umzug im Klaren, wie und welche Möbel du im neuen Zuhause unterbringst. Vermesse vorher die Räume und überlege dir, wo dein Bett, Schrank oder Sofa am besten hinpasst. Dabei ist das Anfertigen eines Möbelstellplans sinnvoll, der dir und deinen Helfern am Umzugstag anzeigt, an welche Orte die Umzugsgüter transportiert werden sollen. Der Möbelstellplan besteht aus einer Skizze des Grundrisses, in der die exakten Maße der Wohnung eingetragen werden. Dabei solltest du die Deckenhöhe, Fenster, Türen und deine Möbel so genau wie möglich ausmessen. Verwende hierfür ein Maßband, einen Zollstock und gegebenenfalls ein Lasermessgerät.

Möbelstellpläne lassen sich ebenfalls über Online-Einrichtungsplaner kostenlos anfertigen, wie zum Beispiel auf schoener-wohnen.de, roomsketcher.de oder sweethome3d.com. Apps für iPad, iPhone und Android sind unter anderem Home Design 3D und Roomle.

Umzugskartons richtig packen

Eines der bewährtesten Hilfsmittel, sein Inventar sicher und platzsparend zur neuen Wohnung zu transportieren, ist der Umzugskarton. Wichtig ist, dass du beim Packen richtig vorgehst:

  • Ordne zunächst die Sachen, die mit umziehen sollen, nach Wichtigkeit. Das Unwichtigste, wie Gegenstände aus dem Keller oder vom Dachboden, wird zuerst eingepackt. Wichtigere Dinge, die du mindestens einmal im Monat benutzt, folgen danach. Die Sachen, die du in der neuen Wohnung sofort wieder benötigst, werden am Schluss verstaut.
  • Lagere schwere Sachen unten und leichte oben, damit deine Kartons stabil sind. Geschirr beispielsweise kann wunderbar mit leichten Textilien wie Handtüchern kombiniert werden. Fülle Kartons mit Büchern nur zur Hälfte, damit sie nicht zu schwer werden. Positioniere die Bücher mit den Rücken zueinander, um Eselsohren zu verhindern. Grundsätzlich sollte ein Umzugskarton nicht mehr als 20 Kilogramm wiegen.
  • Wickle Kleinteile wie Fernbedienungen, Spielzeuge oder Schmuck in Papier ein, damit nichts abhandenkommt. Vermeide dabei billiges Zeitungspapier, das leicht abfärben kann.
  • Knitter in der Kleidung mag keiner. Nutze daher für deine Kleider, Hemden und Anzüge entsprechende Kleiderboxen. Kleidungsstücke, die nicht so knitteranfällig oder wertvoll sind, also alte T-Shirts, Jogginghosen oder Socken, können in anderen Kartons als Polstermaterial dienen.
  • Vergiss nicht, die Kartons gut leserlich zu beschriften. Deine Umzugshelfer müssen schließlich wissen, was sie transportieren und wohin es gehört.
Umzugskartons, Umzugsmaterial
Umzugskartons sollten mit Bedacht gepackt werden. Foto: ungermedien / fotolia.com

Nach dem Umzug: An- und Ummelden

Der Umzug ist geschafft – die Arbeit ist allerdings noch nicht vorbei. Einige Behördengänge oder Online-Ummeldungen stehen noch an:

Einwohnermeldeamt – wie lange hat man Zeit, sich umzumelden?

Innerhalb von zwei Wochen nach dem Einzug musst du beim Einwohnermeldeamt deinen neuen Wohnsitz anmelden. Hierfür brauchst du deinen Personalausweis oder Reisepass.

Telefon und Internet ummelden

Informiere deinen Anbieter so bald wie möglich über den Umzug. So stellst du sicher, dass Telefon und Internet rechtzeitig in der neuen Wohnung freigeschaltet werden. Beachte auch, dass du eventuell von einem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen kannst, wenn dein DSL-Anbieter dich an deinem neuen Wohnort nicht mit derselben Leistung versorgen kann wie am alten Wohnort.

Finanzamt

Ziehst du innerhalb derselben Stadt um, wird dein Finanzamt durch die Steuererklärung über die neue Adresse informiert. Beim Umzug in eine andere Stadt solltest du dich mit dem neuen Finanzamt in Verbindung setzen.

Strom und Gas

Weiterhin musst du dich bei deinem Strom- und Gasanbieter ummelden. Hier lohnt es sich, über einen Anbieterwechsel nachzudenken und Angebote zu vergleichen. Eine ausführliche Checkliste zur Strom- und Gasanmeldung hilft dir dabei und gibt Auskünfte zu Kosten und Fristen.

Auto ummelden

Denke auch an die Ummeldung deines Fahrzeugs. Richte dich dafür an die zuständige Kfz-Zulassungsstelle. Das Kennzeichen kannst du behalten, Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief müssen aber aktualisiert werden.

Post ummelden – Nachsendeauftrag spart Zeit und Nerven

Um deine Post wie gewohnt zu erhalten, solltest du zwei bis drei Wochen vor dem Umzug einen Nachsendeauftrag bei der Deutschen Post beantragen. Das ist bequem online oder über eine Filiale möglich. Der Nachsendeauftrag garantiert, dass alle Briefe und Postkarten bis maximal 24 Monate nach dem Umzug an deine neue Adresse nachgesendet werden.

Versicherungen anpassen

Versicherungen des alten Heims können gekündigt oder umgeschrieben werden. Vorher ist es sinnvoll, sich mit den aktuellen Angeboten auseinanderzusetzen und Vergleiche zu ziehen. Wichtige Versicherungen sind unter anderem:

Hausratversicherung

Sie versichert alle Gegenstände, die sich innerhalb der Wohnung befinden. Im Normalfall schützt sie vor Sachschäden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm, Hagel, Einbruch, Raub und Vandalismus. Auf Wunsch sind auch Zusätze wie der Diebstahl von Fahrrädern möglich.

Privathaftpflichtversicherung

Diese Versicherung greift, wenn du fahrlässig einen Schaden im privaten Umfeld verursacht hast. Dazu können Schäden an Immobilien, Fahrzeugen oder Personen zählen. Einige Vermieter fordern auch eine sogenannte Schlüsselversicherung: Sie deckt Schäden durch den Verlust des Wohnungsschlüssels ab, zum Beispiel den Austausch einer zentralen Schließanlage.

Rechtsschutzversicherung

Sie übernimmt die Kosten bei juristischen Streitigkeiten.

Ziehst du von einer Mietwohnung in ein Eigenheim, solltest du obendrein eine Wohngebäudeversicherung sowie Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung abschließen.

 

2 Kommentare

  1. Seid gegrüßt,
    ich bedanke mich für den informativen Artikel.
    Infos bzgl. Transportunternehmen sind sehr wichtig. Sehr hilfreich wie man einen Umzug organisiert.
    Schönen Tag.

  2. Ich werde bald in eine andere Stadt ziehen und suche nach Tipps. Es gibt viele Dinge, die mitmüssen. Eine gute Idee, Freunde um Hilfe zu bitten. Ich bin auch froh, dass ich jetzt weiß, dass ich mich in zwei Wochen beim Einwohnermeldeamt anmelden muss. Dann vergesse ich das nicht.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.