Sparen mit Konzept: die Politik ist gefragt

Sparschwein
Eine Immobilie als Geldanlage kann sich auszahlen (Quelle: © Renata Osinska, Fotolia)

Durch den niedrigen Leitzins sind viele klassische Sparanlagen beinahe wertlos geworden. Die Renditen bewegen sich unterhalb der Inflationsrate, bei gleichzeitig steigenden Lebenshaltungskosten, wird das Sparen zum Verlustgeschäft. Dieses Problem betrifft nicht nur eine Handvoll Menschen, sondern einen Großteil der deutschen Bevölkerung.

Immobilien als Alternative –nicht für jedermann

Wer nach Alternativen zu Lebensversicherung & Co. sucht, findet bei Immobilien in wachsenden Ballungsräumen gute Renditechancen. Wäre da nicht das große Fragezeichen der Realisierbarkeit. Die Problematik dabei wird beim Blick in Deutschlands teuerste Stadt deutlich. Möchtest du eine Neubau-Wohnung in München kaufen, werden Quadratmeterpreise von bis zu 5000 Euro fällig. Die Gehaltsschere geht weiter auseinander. Bedeutet: Während auf der einen Seite tausende Bürger Probleme haben, die Miete zu bezahlen, duellieren sich auf der anderen Seite kapitalstarke Investoren um renditeträchtige Objekte in Städten wie München, Hamburg und Düsseldorf.

Optionen dringend gesucht

Daran, dass Immobilien ein gewisses Kapital voraussetzen, kann und wird die Politik nichts ändern können. Bestenfalls die zu stark steigenden Mietpreise wurden in Angriff genommen. In Ansätzen ist das schon geschehen. Mit dem Thema Sparen haben die Mieten nichts oder nur wenig gemein. Vielmehr muss es darum gehen, attraktivere Sparmöglichkeiten zu schaffen, als sie gerade auf dem Markt existieren. Als Alternative zu den Lebensversicherungen sind deswegen wieder Banksparanlagen auf dem Schirm. Die Konditionen können individuell vereinbart werden (Laufzeit, Auszahlung, Verzinsung) und bieten immerhin ein garantiertes Maß an Sicherheit. Die Verzinsung lässt jedoch weiterhin zu wünschen übrig – die weiterhin hohen Lebenskosten sind das Hauptproblem in jeder Kalkulation.

Steigt der Leitzins wieder – wenn ja, wann?

Außer Immobilienkäufern sind die niedrigen Leitzinsen beinahe jedem ein Dorn im Auge. Verständlich –bei kleinen Krediten wird der niedrige Zins selten von der Bank an den Kunden weitergegeben. Dispozinsen sind unverändert (und unverhältnismäßig) hoch. Auf der anderen Seite werfen Sparanlagen jedoch zu wenig Rendite ab. Ein schlechtes Geschäft in doppelter Hinsicht. Ein steigender Leitzins wäre folglich im Interesse der meisten sparwilligen Bürger. Allerdings: Der Leitzins ist eine internationale Angelegenheit. Der Tiefstand resultiert aus der Notwendigkeit, EU-Krisenländer finanziell zu stützen. Auf absehbare Zeit wird sich daran weiterhin nichts ändern. Weder CDU noch SPD haben die Zahlenschraube selbst in der Hand. Und so paradox es klingt: Im Endeffekt könnten die Milliardenzahlungen aus deutschen Steuergeldern an Griechenland, Spanien dazu beitragen, dass deutsche Sparer wieder bessere Optionen haben. Der Kreislauf des Geldes wird anhand dieses Beispiels einmal mehr deutlich.

EZB-Kurs bleibt geradlinig

Die Problematik für deutsche Sparer reicht also über die Ebene der Bundesregierung hinaus. Gerade erst hat Mario Draghi den Leitzins nochmals auf ein Minimum heruntergeschraubt. Mit der billigen Geldpolitik will die Europäische Zentralbank einer Deflation vorbeugen. Die Konjunktur soll angekurbelt werden durch die Vergabe von billigen Krediten an Wirtschaftsunternehmen und Privatleute. Die Notenbank Chefs erwägen zusätzlich den Ankauf von Krediten, damit die Banken in der Eurozone mehr Spielraum bei der Kreditvergabe haben.

Bestandskunden haben es leichter

Nun muss bei den schwankenden Lebensversicherungen zwischen Neu- und Bestandskunden unterschieden werden. Wer bis zum Jahr 2000 seine Versicherung abgeschlossen hat, dem sind gesetzlich mindestens vier Prozent Rendite garantiert, unabhängig von der Marktentwicklung. Für die Versicherer ist das alles andere als gut – sie müssen den zugesicherten Zins schließlich mit Erträgen aus dem Markt decken. Neuere Kunden und solche, die aktuell auf der Suche sind, sollten sich die Optionen genauestens anschauen und vor Vertragsabschluss vergleichen.

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