Mülltrennung & Recycling – welcher Müll gehört in welche Tonne?

Das Recyclingsystem in Deutschland ist in drei große Bereiche aufgeteilt: recycelbare Abfälle, Restmüll und Sondermüll. Die Entscheidung, in welche Tonne der Abfall gehört, ist oft nicht leicht. Aus Unwissenheit oder Bequemlichkeit landet der Müll häufig im falschen Behälter.  Bei Umbau- und Sanierungsmaßnahmen entsteht ebenfalls Müll, der getrennt werden muss. Modernes Recycling und Mülltrennung helfen, unsere Erde ein bisschen sauberer zu halten und begrenzte Ressourcen zu schonen.

Bauschutt richtig entsorgen

Roter Bauschuttcontainer. Foto: johnmerlin / fotolia.com
Bei der Haussanierung entsteht viel Bauschutt, der fachgerecht entsorgt werden muss. Foto: johnmerlin / fotolia.com

Beim Hausbau oder Umbau entsteht eine Menge Schutt und Abfall, der zum großen Teil recycelbar ist. Die billigste und einfachste Methode, den Bauschutt zu entsorgen, ist ein sogenannter Bauschuttcontainer. Einen solchen Container kannst du in unterschiedlichen Größen bei den meisten Bauunternehmen mieten. In den Bauschuttcontainer kommt beispielsweise unbelasteter Erdaushub, zerbrochene Ziegel, Stahlbeton oder reiner Beton, Porzellan, Fliesen, Rigips und Heraklith. All diese Baustoffe werden recycelt und wiederverwendet. Im Bauschuttcontainer darf aber nicht jeglicher Bauschutt entsorgt werden: Dinge wie alte Holztüren und Fenster, Bitumen, Dachpappe und Mineralwolle sind tabu. Achte darauf, dass nur „echter Bauschutt“ in den Container geladen wird. Wenn beispielsweise zu viele Fremdabfälle eingeladen werden, muss der ganze Inhalt als Baumischabfall entsorgt werden und es entstehen dir Extrakosten für die Entsorgung.

Gesundheitsschädlicher Sondermüll

In die Kategorie Sondermüll fallen Stoffe, die gesundheitsschädlich, brennbar, explosiv oder luft- beziehungsweise wassergefährdend sind. Hierzu zählen unter anderem Leuchtstoffröhren, Energiesparlampen, Klebstoffe und Leim, Spraydosen, Batterien und Altöl. Diese Stoffe musst du gesondert am Wertstoffhof abgeben.

Flüssigkeits- und Lösungsmittelreste niemals mischen. Diese Gemische können miteinander reagieren und es kann zu schweren Unfällen kommen.

 

Asbest musst du am örtlichen Wertstoffhof in besonderen Containern entsorgen. Jede Stadt hat hier andere Regulierungen. Erkundige dich am besten beim örtlichen Abfallwirtschaftsamt.

Bei Farben und Lacken ist es etwas komplizierter: In flüssiger Form musst du sie beim örtlichen Schadstoffmobil am Wertstoffhof abgeben. Ist die Farbe jedoch getrocknet, kannst du sie aus dem Eimer bröseln und mit dem normalen Hausmüll in der schwarzen Tonne entsorgen. Der leere Eimer kommt in den gelben Sack. In den meisten Fällen stehen aber auch Ratschläge zur korrekten Entsorgung auf dem Farbeimer. Lackierte oder beschichtete Möbelstücke gehören in den Sperrmüll.

Hausmüll richtig trennen

Deutschland ist das Land der Mülltrennung. Neben der Papiertonne gibt es den gelben Sack beziehungsweise die gelbe Tonne für recycelbare Kunststoffe, die Biotonne für Garten- und Küchenabfälle und die Restmülltonne für Abfälle, die nicht wiederverwertbar sind. Glasflaschen werden in gesonderten Glascontainern gesammelt und recycelt. Man unterscheidet hierbei zwischen Weiß-, Grün- und Braunglascontainern, die an bestimmten Plätzen der Stadt für alle Einwohner aufgestellt sind. Blaue und rote Glasflaschen gehören übrigens in den grünen Container.

Die Papiertonne

Papiermüll kommt in die Papiertonne, denn aus alten Zeitungen, Heften, Büchern, Pappe und Karton wird neues Papier hergestellt. Wichtig ist, dass möglichst keine Fremdstoffe wie beispielsweise Kunststoffe in die Papiertonne gelangen, denn diese müssen sonst umständlich aussortiert werden. Zudem solltest du kein verschmutztes Papier, Wachs- oder Ölpapier, keine Getränkekartons, keine Tapete, Versandumschläge mit Folie, Servietten und keine Fotos darin entsorgen.

Der gelbe Sack bzw. die gelbe Tonne

gelbe Tonne, gelber Sack, Recycling, Plastikmüll, Foto: Armin Staudt / fotolia.com
Recycelbarer Plastikmüll gehört in die gelbe Tonne. Foto: Armin Staudt / fotolia.com

Kunststoffverpackungen, die recycelt und weiterverarbeitet werden können, kommen in den gelben Sack beziehungsweise in die gelbe Tonne. In den gelben Sack dürfen außerdem Kronkorken, Alu-Schalen, Alufolie oder mit Aluminium beschichtetes Papier, Schraubverschlüsse, Plastikbeutel beziehungsweise Frischhaltefolie, Joghurtbecher und deren Deckel, Tuben, Spülmittelflaschen und Milchtüten. Der Verpackungsmüll wird zu Granulat zerkleinert und bekommt ein neues Leben als Parkbank, Mülleimer oder Blumentrog.

Komposthaufen & Biotonne

Für Biomüll gibt es Zwei Entsorgungsmöglichkeiten: den Komposthaufen oder die Biotonne. Am einfachsten entsorgst du unbehandelte Küchenabfälle wie Kartoffelschalen und Salat im Kompost. Im Komposthaufen wird aus den Küchen- und Gartenabfällen wertvolle Erde, die als natürlicher Dünger dient. Auf keinen Fall solltest du Unkräuter, mit Pestiziden behandelte Gartenabfälle oder fleischhaltige Küchenreste im Kompost entsorgen. Letzteres zieht Ratten an.

Wenn du keinen Platz für einen Komposthaufen hast oder keinen Komposthaufen haben möchtest, kannst du dir bei deiner Gemeinde eine Biotonne besorgen. Unter anderem dürfen Teebeutel, Küchenpapier, Rasenschnitt und kleine Äste, die nicht länger als einen Meter sind und einen Durchmesser von höchstens acht Zentimetern haben, darin entsorgt werden.

Speziell im Frühjahr und Herbst fällt im Garten viel Arbeit und Abfall an. Reichen weder Kompost noch Biotonne aus, kannst du deine Gartenabfälle bei der nächstgelegenen Gartenabfallsammelstelle oder oftmals auch am Werkstoffhof abgeben.

Das Abladen von Gartenabfällen im Wald ist verboten. Wenn du dabei erwischt wirst, droht ein saftiges Bußgeld.

Die Restmülltonne

In die Restmülltonne kommt Abfall, der nicht recycelt werden kann. Hierzu zählen Aschereste, Fotos, Geschirr, Hygienepapier, Windeln, benutzte Taschentücher, Tierstreu, Spielzeug, Trinkgläser, verschmutzte Verpackungen und Tapete.

Restmülltonne, Aball, Müll, Foto: detailfoto / fotolia.com
Hausmüll kommt in die Restmülltonne. Foto: detailfoto / fotolia.com

Natürlich wird auch unser Restmüll weiterverarbeitet. In der ersten Phase wird er getrocknet und Bestandteile wie Glas und Metall aussortiert. Beim folgenden Verbrennungsvorgang entstehen giftige Gase, welche aus der Luft gefiltert werden. Die bei der Müllverbrennung entstehende Energie verwenden einige Städte zur Erzeugung von Wärme und Strom. Zum Schluss bleibt nur noch ein Bruchteil des eigentlichen Abfalls übrig, der dann auf einer Mülldeponie gelagert wird.

Sonderfall: Elektrogeräte

Manche Elektrogeräte bestehen aus wertvollen Materialien, die wiederverwendet werden können. Teilweise enthalten sie aber auch giftige Bestandteile, die besondere Vorsicht bei der Entsorgung erfordern. Wertstoffhöfe nehmen Großelektrogeräte an und entsorgen diese professionell. Beim Neukauf eines Kühlschranks ist der Händler verpflichtet, das Altgerät zu entsorgen. Grundsätzlich sind Elektronikmärkte mit einer Verkaufsfläche von über 400 Quadratmeter verpflichtet, alte Elektrogeräte kostenlos zurückzunehmen.

Für leere Batterien gibt es meist im Eingangsbereich der großen Super- oder Baumärkte eine Abgabebox. Bestandteile wie Stahl, Zink, Nickel, Eisen und Kobalt werden mithilfe verschiedener Verfahren aus den Batterien recycelt, sodass sie in den Verwertungskreislauf zurückfließen können.

 

2 Kommentare

  1. Mein Vater interessiert sich zurzeit für Containerverleih, weil er gerade eine Dachrenovierung durchgeführt hat und jetzt die Pappe entsorgen soll. Ich hätte nicht gedacht, dass mit Bauschutt man so streng ist. Ich werde meinem Vater empfehlen, sich vorher gut zu dokumentieren. Danke für die Info!

  2. Hallo baufrage-Team, sehr interessanter Beitrag. Nach dem Lesen fällt mir auf, dass ich wohl so einige Fehler bei der Mülltrennung gemacht habe, bei den spezifischen Regeln fällt das aber auch manchmal einfach schwer und man will sich eben nicht tagelang Gedanken darüber machen, wo genau was hingehört. Gerade bei Bauschutt gab es beim lokalen Alba, bei dem ich den Müll abgelagert habe, oftmals Probleme und es wurde als Mischabfall abgerechnet, kontrolliert wird hierbei ziemlich streng. Bei Sondermüll denke ich liegt das Problem beim Aufwand, da der “ faule Standard-Haushalt“ für so kleine unauffällige Sachen wie etwa Klebstoff oder Ähnlichem nicht unbedingt woanders hinfahren will und es dann eben mal im Restmüll landet ohne groß über die Konsequenzen nachzudenken. Die Papiertonne ist wohl hierbei im Vergleich zu allen anderen Tonnen am leichtesten zu hegen. Bei der Biotonne ist es auch wichtig anzumerken, dass der Müll logischerweise nicht in Plastiktüten abgepackt werden darf. So nehmen die Müllmänner den Müll nicht mit. Am praktischsten soll hier wohl der Bio-Tonne Papierbeutel sein, danach muss zumindest bei uns die Tonne allerdings aufwendig geputzt werden. Alles in allem ist die Mülltrennung in Deutschland sehr sortiert und spezifisch, wodurch man schon einige Fehler machen kann, im Vergleich zum belgischen System allerdings noch weniger aufwendig.

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