Dachbodenausbau – zusätzlicher Wohnraum

Der Dachboden dient oft als Abstellkammer. Wird der Wohnraum im Haus aber zu klein, bietet sich ein Ausbau an. Je nach Größe des Dachbodens kann sogar eine kleine Wohnung entstehen. Vor dem Dachbodenausbau solltest du jedoch einige Vorschriften und Tipps beachten.

Gesetzliche Regelungen des Dachausbaus

In vielen Bundesländern ist der Dachbodenausbau genehmigungspflichtig. Dabei sind der Umfang des Ausbaus und die Vorschriften der jeweiligen Landesbauordnung entscheidend. Aus diesem Grund solltest du dich zu Planungsbeginn bei der zuständigen Bauaufsichtsbehörde erkundigen.

Dachbodenausbau. Foto: DanBu.Berlin/fotolia.com
Ein ausgebautes Dachgeschoss. Foto: DanBu.Berlin/fotolia.com

Verändert sich das Erscheinungsbild des Hauses aufgrund von Dachgauben, Balkon oder Dachterrasse, musst du ebenfalls eine Genehmigung einholen. Weiterhin solltest du in diesem Fall die Nachbarn über die Veränderungen informieren.

Darüber hinaus muss der Ausbau den Anforderungen der Energiesparverordnung (EnEV) gerecht werden. Bei der Dämmung der obersten Geschossdecke hin zum Spitzboden darf nach der EnEv 2014  der Wärmedurchgangskoeffizient der obersten Geschossdecke 0,24 Watt/m2K nicht überschreiten. Wenn allerdings das Dach bereits gedämmt ist oder den Anforderungen an den Mindestwärmeschutz entspricht, ist die Dämmpflicht obsolet.

Bauliche Voraussetzungen

Bevor du die Handwerker bestellst, solltest du du dir Gedanken über die zukünftige Gestaltung und Nutzung des Dachgeschosses machen und einen Experten zurate ziehen. Dieser prüft, ob Schäden am Dachstuhl beziehungsweise an den Deckenbalken bestehen, oder ob das komplette Dach sanierungsbedürftig ist. Auch die Statik sollte der Profi vorher prüfen.

Für welchen Zweck willst du den gewonnenen Wohnraum nutzen? Müssen zusätzliche Fenster in die Dachschrägen eingebaut werden? Ist bereits eine ausreichende Isolierung vorhanden? Wie sieht es mit Heizung, Wasser und Abwasserleitungen aus? Alles Fragen, die du vor Baubeginn klären musst. Nachdem der Dachboden fertig ausgebaut ist, sind Änderungen meist nur noch schwer zu realisieren und werden teuer.

Besonderen Einfluss auf das Bauvorhaben haben die Dachform und die Bauweise des Dachstuhls. Grundsätzlich gilt: Ist das Dach steiler als 30 Grad lohnt sich der Ausbau. Bei einer Dachneigung ab 40 Grad lässt sich eine Mini-Galerie verwirklichen. Bei einer Neigung ab 50 Grad kann sogar eine komplett neue Wohnebene entstehen. Ohne Probleme lässt sich das Dach bei Satteldächern, Pultdächern, Walm- und Mansardendächern ausbauen. Flachdächer müssten vorher durch Experten zu einem Stieldach aufgestockt werden. Eine ordentliche Treppe ist gesetzlich vorgeschrieben und muss eine Mindestbreite von 80 Zentimetern aufweisen. Die Treppe solltest du so planen, dass die Statik im darunterliegenden Geschoss nicht verändert wird.

Neuen Wohnraum am Dach schaffen. Foto: Jürgen Fälchle / fotolia.com
Hier wird der Dachboden ausgebaut. Foto: Jürgen Fälchle / fotolia.com

Speziell bei älteren Häusern musst du den Dachgeschossboden von einem Fachmann überprüfen lassen. Ist dieser stabil und tragfähig genug, um auch schwere Möbel im Dachgeschoss aufstellen zu können? Trifft dies nicht zu, musst du die gesamte Deckenkonstruktion erneuern. Damit es im Winter nicht zu kalt im Obergeschoss wird, musst du überprüfen, ob die im Haus installierte Heizungsanlage auch stark genug für ein weiteres Geschoss ist oder ob eine Etagenheizung für das Dachgeschoss sinnvoller ist.

 

Folgende Experten helfen dir bei der Planung des Dachausbaus weiter:

  • Prisannewitz: Die Energieberater von GEBGO beurteilen, ob und welche Maßnahmen beim Dachgeschossausbau ergriffen werden müssen, um die Anforderungen der EnEV zu erfüllen.

Der Ausbau des Dachgeschosses

Beim Dachausbau kannst du durch eine geschickte Planung Geld sparen. So sind zusätzliche Fenster in den Giebelseiten billiger zu realisieren als der Einbau von Dachfenstern. Der Einbau einer hochwertigen Isolierung, zum Beispiel Mineralwolle, Styropor oder Kokosfasern kann erst nach der Fertigstellung der Fenster passieren. Verzichtet solltest du auf einen ausreichenden Wärme- beziehungsweise Kälteschutz auf keinen Fall, denn hierdurch sparst du im Winter Heizkosten.

Sollen mehrere Zimmer im Dachgeschoss entstehen, können mit Rigipsplatten eigene Bereiche abgetrennt werden. Auf den glatten Flächen fällt das Tapezieren und Streichen einfach. Den Einbau von Elektroleitungen muss auf jeden Fall ein Fachmann übernehmen. Steckdosen, ein Telefon- und Internetanschluss solltest du von Anfang an mit einplanen.

Auch beim Verlegen von Wasser- und Abwasserleitungen und bei der Installation von Heizkörpern muss der Fachmann ran. Sind alle Leitungen und Rohre verlegt, die Fenster eingebaut, die Außenwände isoliert und die Wände gestrichen, ist der Fußboden an der Reihe. Eine gute Trittschalldämmung verhindert eine unnötige Schallausbreitung im ganzen Haus. Beim Bodenbelag hast du natürlich die große Auswahl zwischen Laminat, Fließen, Teppich und diversen anderen Belägen. Hier entscheiden zum einen dein Geschmack und zum anderen dein Geldbeutel.

Eigenleistung beim Dachausbau

Wer durch Eigenleistung Geld beim Umbau sparen möchte, darf sich selbst nicht überschätzen. Bei Arbeiten mit Strom und Gas musst du auf jeden Fall einen gelernten Fachmann engagieren. Legst du bei anderen Arbeiten selbst Hand an, darf eine ausreichende Schutzausrüstung nicht fehlen. Arbeitshandschuhe, Sicherheitsbrillen und Mundschutz sind Pflicht. Helfen dir Freunde oder Bekannte beim Umbau, musst du diese bei der Bau-Berufsgenossenschaft anmelden und auch versichern. Die geringen Beiträge von wenigen Euro fallen jedoch erst ab dem 39. Arbeitstag an. Informiere dich auf jeden Fall vor Baubeginn, damit du bei einem Unfall abgesichert bist.

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